Corona-Pandemie

Herbstferien 2021: So klappt es mit ungeimpften Kindern

Einheimische und Touristen liegen am Strand Cala Major in Palma de Mallorca.
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Auch mit ungeimpften Kindern ist ein Urlaub in Deutschland und in vielen Teilen Europas sowie der Welt möglich. (Archivbild)

Noch schnell ein bisschen Sonne tanken: Auch im Herbst ist Urlaub mit ungeimpften Kindern in Deutschland und Europa möglich. Dank zahlreicher Ausnahmen.

Hannover – Der Sommer ist spätestens seit dem 22. September 2021 um, denn da war mit Beginn der Herbstzeit 2021 der kalendarische Herbstbeginn. Der meteorologische Herbstanfang war bereits am 1. September und gefühlt ist er auch schon richtig da. Mit Sturmtief Yogi zogen Mittwoch, 29. September die ersten Orkanböen über Norddeutschland hinweg und durch einen Tornado in Kiel wurden mindestens vier Menschen verletzt.

Corona-Impfstoff:Impfstoff-Typ
Biontech/Pfizer (Comirnaty):mRNA
Moderna:mRNA
Astrazeneca (Vaxzevira):Vektro
Johnson & Johnson:Vektor

Es wird ungemütlich in Deutschland so kurz vor der Zeitumstellung zur Winterzeit 2021, sodass sich ein Urlaub in den Herbstferien* für Familien mit Kindern anbietet, um noch ein bisschen Sonne zu tanken, zum Beispiel am Mittelmeer. Das führt in vielen Ländern zu Problemen, wenn man nicht geimpft ist. Aber Familien haben einen entscheidenden Vorteil, wenn die Eltern geimpft sind: Dank zahlreicher Ausnahmen für ungeimpfte Kinder bis 12 Jahre ist nämlich Urlaub auch in diesem Herbst möglich.

Wie ist die Ausgangslage für den Herbst?

  • Relativ große Freiheiten genießt derjenige, der vollständig gegen das Coronavirus geimpft und damit gut vor einem schweren Verlauf einer Covid-19-Infektion geschützt ist. Das gilt jedenfalls für weite Teile Europas. Daher empfiehlt auch der Reisemediziner Tomas Jelinek aus Berlin, sowohl aus reistechnischen als auch aus medizinischen Gründen sich auf jeden Fall impfen zu lassen.
  • Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es allerdings noch keine Impfung. Biontech und Pfizer arbeiten an einem entsprechenden Impfstoff. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet mit der Zulassung für das erste Quartal 2022. Bis zu einer Empfehlung des Impfstoffs durch die Stiko könne dann noch einmal Zeit vergehen.

Wie sehen die Corona-Vorschriften aus?

  • Die 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) gilt in etlichen Urlaubsländern. So müssen Einreisende etwa an der Grenze oder am Flughafen ihren Status nachweisen. Aber auch in Hotels, Museen, Restaurants, Veranstaltungen und anderen Freizeit- und Kultureinrichtungen wird die Vorlage eines entsprechenden Nachweises, etwa dem Impfausweis oder in Form eines digitalen Impfnachweises, notwendig*.
  • Konkret bedeutet das: Wer als Erwachsener nicht geimpft ist, braucht für viele Unternehmungen einen negativen Test. Das gilt auch für die Rückreise aus dem Ausland nach Deutschland. Oft gibt es aber für Unter-Zwölfjährige Ausnahmen von der Testpflicht – so auch für junge Reiserückkehrer unter zwölf Jahren.
  • In einigen Bundesländern können Veranstalter nun wählen: Entweder sie wenden ein 3G-Konzept mit den geltenden Corona-Regeln an oder ein 2G-Konzept (geimpft oder genesen) ohne weitere Einschränkungen. Wo 2G zur Anwendung kommt, gibt es wiederum meist Ausnahmen für Kinder, zumal die ohnehin häufig für die Schule getestet werden.
  • Recht familienfreundlich sind auch die Regeln im europäischen Ausland. In Italien selbst gilt die strenge 3G-Regel in Form des „Grünen Passes“ ab zwölf Jahren. Hier sind Eltern mit Kindern, die noch nicht geimpft werden können, also fein raus: Sie müssen ihre „Bambini“ nicht für jeden Restaurantbesuch testen lassen. Auch in Österreich gilt die 3G-Regel ab zwölf Jahren*. Ausnahme ist Wien, dort sind es sechs Jahre. Und auch in Spanien, Griechenland, Portugal und Frankreich greift die Testpflicht erst ab zwölf Jahren.
  • „Die Regelungen in Europa weichen nicht groß voneinander ab“, sagt Beate Dalkowski-Orth vom Veranstalter Vamos Eltern-Kind-Reisen. „Im Vergleich zu den Sommern 2020 und 2021 sehen wir in diesem Herbst keine speziellen Hürden mehr für Familienreisen in Europa.“

Was sollte ich vor der Reise prüfen?

  • Vor einer Reise sollte man sich weiterhin gut informieren. Das gilt vor allen Dingen für Erwachsene mit Kindern oder Familien. Gute Informationen zu den jeweiligen Bestimmungen kann man jederzeit beim Auswärtigen Amt, aber auch beim ADAC einholen, empfielt Dalkowski Orth. Ebenfalls sind Reisebüros kompetente Ansprechpartner. Aber es ist immer Vorsicht geboten, denn aus den vergangenen Monaten ist ersichtlich geworden, wie schnell sich Regeln vor Ort wieder ändern können.
  • Ausnahmen für Kinder unter zwölf Jahren müssen nicht überall gelten. In der Türkei zum Beispiel liegt die Altersgrenze derzeit bei sechs Jahren. Außerdem ist längst nicht jeder Jugendliche geimpft, der es schon sein könnte. Oder eine Impfung ist aus medizinischen Gründen gar nicht möglich. Dann bleibt nur Testen.
  • In manchen Fällen hilft Kindern auch ein Test nicht: Aida Cruises etwa bietet einige Kreuzfahrten im Winter ausnahmslos Menschen mit Corona-Impfung an. Auf Reisen in die Karibik, den Orient oder nach Norwegen gibt es laut der Reederei keine Ausnahmen für ungeimpfte Kinder, sie können nicht mitreisen. Auf Reisen etwa zu den Kanaren, im Mittelmeer oder auf Städtetouren ab Hamburg können Kinder bis zwölf Jahre mit einem negativen Corona-Test mitfahren.

Was sollte ich zu Corona-Tests im Ausland wissen?

  • Ralph Hieke, Vizepräsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), nennt drei Dinge, die für Familien wichtig sind: das Alter des Kindes, die genauen Regeln des Landes und die Testinfrastruktur vor Ort. Also: Wo kann man sich testen lassen? Wie häufig? Und welche Kosten fallen an?
  • Für eine Familie kann dies nämlich ein ganz ausschalggebendes Kriterium bei der Buchung des Herbsturlaubs 2021 sein, weiß Hieke. „Wenn ich jeden zweiten Tag sechs Kilometer laufen muss, um mich für 45 Euro testen zu lassen, trübt das die Urlaubsfreude.“ Beliebte Urlaubsregionen wie Mallorca hätten das in ihr Kalkül einbezogen und sich auf regelmäßiges Testen eingestellt. Zumal Ungeimpfte den Test für die Rückreise ohnehin brauchen.
  • Das Europäische Verbraucherzentrum in Kehl bietet im Internet eine Übersicht mit den Kosten für Corona-Tests in Europa. Weil es hier stets Änderungen geben kann, lohnt sich eine kurzfristige Nachfrage zum Beispiel im Reisebüro. Eventuell werden Testkosten im Rahmen eines Reisepakets übernommen, das sollten Reisende vorab klären.
  • Was Hieke zufolge nicht funktioniert: einfach Selbsttests für die Benutzung etwa im Hotelzimmer mitnehmen. „In der Regel muss der Test von einem qualifizierten Dritten gemacht werden, und es braucht in der Regel eine automatisch erzeugte E-Mail als Testbeleg.“

Wenn mein Kind in Quarantäne muss, was passiert dann?

  • Theoretisch kann das bei Kindern jederzeit passieren, also auch kurz vor dem Urlaub. Etwa dann, wenn ein anderes Kind in der Schulklasse positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Dann würde sich beispielsweise der Urlaub verzögern können; natürlich mit den entsprechenden Mehrkosten. Denn Anreise und Unterkunft lassen sich oft nicht mehr kostenlos stornieren*. Am besten ist daher, im Vorfeld der Reise eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen, die Quarantänefälle abdeckt.
  • Das Kind kann sich aber auch im Urlaub mit Corona infizieren oder zumindest als Kontaktperson unter Quarantäne gestellt werden. Das kann eine unfreiwillige Verlängerung des Urlaubs bedeuten. „Wer bleibt mit dem Kind vor Ort und wer fliegt nach Hause? Diese Frage beeinträchtigt die Urlaubsplanung ganz massiv“, sagt Ralf Hieke. Eltern sollten hier ein Szenario im Hinterkopf haben, rät er.
  • Es gebe mehrere Möglichkeiten, dem Kostenrisiko zu begegnen: Entweder bietet die Destination selbst eine finanzielle Absicherung für den Quarantänefall. Oder der Reiseveranstalter hat diesen Fall mit einer speziellen Covid-19-Versicherung abgedeckt. Ansonsten bietet sich der Schutz über eine private Reiseversicherung an, die auch den Quarantänefall abdeckt. Hier gilt: die Police genau prüfen.

Wann droht eine Quarantäne bei der Rückkehr nach Deutschland?

  • Sie ist vorgeschrieben für Ungeimpfte und Kinder unter zwölf Jahren, wenn diese aus einem Hochrisikogebiet heimkehren. Mindestens fünf Tage Quarantäne werden dann fällig. Für Genese und Geimpfte gilt das nicht. Eine Übersicht der betroffenen Länder und Regionen mit Hochrisikogebieten bietet das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite.
  • In Europa sieht es derzeit entspannt aus: Auch Spanien, Portugal, Zypern und Griechenland sind keine Hochrisikogebiete mehr. Weiterhin aber andere beliebte Urlaubsländer wie die Türkei und Ägypten. Virusvariantengebiete mit noch strengeren Quarantäneregeln als bei Hochrisikogebieten gibt es aktuell nicht – weil sich auch in Deutschland längst die Delta-Variante durchgesetzt hat.

Wann sollte ich mit meinem Kind nicht verreisen?

  • Reisemediziner Prof. Tomas Jelinek nennt Symptome, mit denen Kinder nicht auf Reisen gehen sollten: hohes Fieber, starke Apathie, „ein deutlich verändertes Kind“. Der Experte rät davon ab, einfach einen Fiebersenker zu verabreichen. „Spätestens bei 40 Grad Fieber sollte man mit dem Kind ganz bestimmt nicht wegfahren. Heutzutage kommen Sie dann auch gar nicht in den Flieger.“

Was gehört in die Reiseapotheke?

  • Tomas Jelinek rät zu einem Mittel gegen Durchfall. „Kinder vertragen den Flüssigkeitsverlust nicht so gut.“ Elektrolyte gebe es extra für Kinder, dazu seien Fiebersenker und Schmerzmittel sinnvoll – wieder spezielle Präparate für Kinder. „Außerdem etwas zur Wundversorgung, ein Desinfektionsmittel, das nicht brennt, und falls die Sonne doch zu viel war, eine kühlende Creme gegen den Sonnenbrand.“
  • Für sehr junge Kinder empfiehlt Jelinek für Flugreisen ein Nasenspray, um die Nase freizubekommen - für den Druckausgleich. Hilfreich kann auch ein Mittel zum Entblähen sein. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de, merkur.de und echo24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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