Polizei bestätigt

Hells Angels Hannover machen dicht

Hannover - Der Druck der Polizei und das von der Politik diskutierte Verbot zeigen Wirkung: Einen Monat nach einer spektakulären Razzia bei Hannovers Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth hat sich die Rockergruppe in der niedersächsischen Landeshauptstadt aufgelöst.

Das teilte die Polizei am Donnerstag mit. Das Charter Hannover der Hells Angels mit Hanebuth an der Spitze galt als tonangebend innerhalb der Gruppierung in Deutschland. Erst in der vergangenen Woche hatte die Landesregierung angekündigt, ein Verbotsverfahren gegen die Hells Angels prüfen zu wollen. Hanebuth hatte sich bereits Ende vergangenen Jahr aus Hannovers Rotlichtviertel zurückgezogen. Zuletzt war er durch die Aussagen eines Ex-Rockers vor dem Kieler Landgericht belastet worden. Dieser hatte gesagt, Hanebuth habe eine zentrale Rolle im Norden gespielt und auch die Ermordung eines Türken in Kiel in Auftrag gegeben. Hanebuths Anwalt wies die Äußerungen als unwahr zurück.

Großalarm für Polizei: Hells Angels kommen

Hells Angels
Wer sie nicht kennt: Die Hells Angels sind ein Rocker- und Motorradclub, dessen Mitglieder öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten.  © dpa
Hells Angels
Die Werte der „Höllenengel“ lauten Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Respekt und Freiheit.  © dpa
Hells Angels
Gegründet wurde der Club 1948 in Kalifornien.  © dpa
Als „Backpatch“, also Logo auf der Lederjacke, wird ein Totenkopf mit Flügeln verwendet, der als „Deathhead“ bezeichnet wird. Der Schriftzug, und damit die Clubfarben, ist rot auf weiß.
Als „Backpatch“, also Logo auf der Lederjacke, wird ein Totenkopf mit Flügeln verwendet, der als „Deathhead“ bezeichnet wird. Der Schriftzug, und damit die Clubfarben, ist rot auf weiß.  © dpa
Rocker der Hells Angels auf dem Weg zu einem Treffen in Prag.
Rocker der Hells Angels auf dem Weg zu einem Treffen in Prag.  © dpa
Hells Angels
Vor einem Treffen werden zwei Hells Angels von der Polizei durchsucht.  © dpa
Hells Angels
Ein Rocker macht mit seinem Motorrad den „Burn out“.  © dpa
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Mitglieder der Hells Angels werden auf dem Weg zur Autobahn von Polizeifahrzeugen eskortiert.  © dpa
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Mitglieder der Hells Angels werden auf dem Weg zur Autobahn von Polizeifahrzeugen eskortiert.  © dpa
Hells Angels
Ein Polizist überwacht ein Treffen der Hells Angels.  © dpa
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Ein Treffen der Hells Angels.  © dpa
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Ein Polizist überwacht ein Treffen der Hells Angels.  © dpa
Hells Angels
Europatreffen der Hells Angels mit Kaffeefahrt: Die Mitglieder sitzen in einem Boot, einem so genannten "Auswanderer", um zu der Insel Wilhelmstein im Steinhuder Meer überzusetzen. Dort gibt es erst Kaffee und Kuchen. Anschließend beginnt eine Party.  © dpa
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Rund 1500 Mitglieder waren mit ihrem Motorrädern zum Europatreffen gekommen. Dafür ist extra ein Gelände in einem Industriegebiet angemietet worden.  © dpa
Hells Angels
Hells Angels  © dpa
Hells Angels
Eine Kutte der Hells Angels und bei einer Razzia beschlagnahmte Waffen in der Asservatenkammer des Polizeipräsidiums in Kassel.  © dpa
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Nach einer Gerichtsverhandlung haben sich Mitglieder der früher verfeindeten Rockergruppen Bandidos und Hells Angels eine Schlägerei geliefert. Die Polizei hat einige von ihenn verhaftet.  © dpa
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Nach der Schlägerei auf offener Straße wurde dieses Mitglied der Hells Angels verhaftet.  © dpa
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Hells Angels auf ihren schweren Maschinen.  © dpa
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Ein festgenommener Rocker.  © dpa
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Die „Kutte“ der Hells Angels.  © dpa

Bei der Durchsuchung von Hanebuths Anwesen nahe Hannover waren Spezialkräfte der Antiterror-Einheit GSG9 per Hubschrauber angerückt. Hinweise auf kriminelle Machenschaften konnte die Polizei nach der Aktion aber zunächst nicht präsentieren. Die Polizei werde die weitere Entwicklung in der Rockerszene und im Rotlichtmilieu Hannovers genau beobachten, kündigte Polizeipräsident Axel Brockmann an. „Wir werden auch in Zukunft jeder Form von Kriminaliät entschlossen entgegentreten.“ Es habe in den vergangenen Monaten nach dem Ende der offensichtlichen Hells Angels-Präsenz im Rotlicht- und Ausgehviertel von Hannover keinerlei „Machtkämpfe im Milieu“ oder ähnliches gegeben. Dafür gebe es auch aktuell keine Anzeichen. Als die Rockergruppe vor Jahren das Türstehergeschäft im Steintorviertel an sich zog, endete damit ein oftmals blutiger Machtkampf rivalisierender Banden. Die Auflösung des Charters Hannover folgt auf einen auch bundesweit stark erhöhten Druck auf die Hells Angels. Seit 2010 wurden Ortsclubs der Rocker in Flensburg, Frankfurt, Kiel, Köln und Berlin verboten. dpa 

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