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Heizöl nach aktuellem Preis - jetzt kaufen oder lieber warten?

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Von: Andree Wächter

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Steigende Heizölpreise reißen ein großes Loch ins Portmonee. Neben dem Ukraine-Krieg gibt es noch weitere Preistreiber.

Der Preis für Heizöl ist gefallen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Heizöl immer noch sehr teuer ist. Am Montag, 14. März kosteten laut dem Vergleichsportal Heizöl24.de 100 Liter „Standard“ 187,15 Euro (8 Uhr). Zum Vergleich: Am Mittwoch, 9. März lag der Preis bei 214,60 Euro und am 20. Dezember 2021 zahlten Käufer „nur“ 79,60 Euro. Verantwortlich für den hohen Ölpreis ist neben Putin auch ein Geflecht aus internationalen Zusammenhängen.

Preis 100 Liter Heizöl, 24.2.20202106,82 Euro
24.2.202162,37 Euro
24.2.202057,93 Euro
24.2.200945,47 Euro Quelle: Heizöl24.de

Vergleichsportale wie esyoil oder check24 meldeten, dass sie am 24. Februar (Beginn des Krieges) einen sprunghaften Anstieg von Heizölkäufen registriert haben. Es wurde bis zu fünfmal so viel Heizöl geordert, wie üblich für Ende Februar. Viele Heizölkunden spekulierten auf fallende Preise zum Ende der Heizperiode, um dann günstig einzukaufen. Sie reagierten entsprechend rasch auf die neue weltpolitische Lage. Seitdem ist die Heizölnachfrage zwar weiterhin erhöht, wird aber zunehmend von den aktuellen Preisen gehemmt.

Verbraucher stehen nun vor der Frage: Soll ich jetzt Heizöl kaufen, oder nicht? Eine seriöse Antwort ist wegen der aktuellen Lage in der Ukraine kaum möglich. Bei wem die Tanks leer sind, der kommt um ein Nachtanken nicht drumherum – außer man will in einer kalten Stube sitzen. Wer glaubt, dass die Lage weiter eskaliert und es zu Lieferengpässen kommt, sollte jetzt kaufen. Experten halten dann einen deutlichen Preisanstieg für Heizöl nicht für ausgeschlossen.

Wer jetzt Heizöl kauft, ist Gewinner oder Verlierer

Wer also jetzt schon seine Tanks für den Winter 2022/23 füllt, könnte der große Gewinner sein. Oder eben der große Verlierer. Und zwar dann, wenn der Ölpreis deutlich fällt. Im Sommer wird weniger geheizt und durch die geringere Nachfrage könnte der Heizölpreis fallen. Ebenfalls für ein Sinken könnte ein Verschlimmern der Corona-Lage sorgen. Durch Maßnahmen wie Homeoffice und Lockdown lässt sich generell der Ölverbrauch sinken. Weitere Maßnahme: richtiges Heizen, denn mit ein paar Tricks können die Kosten gesenkt werden.

Dass der Heizölpreis auf das Niveau der vergangenen Jahre fällt, ist fragwürdig. Seit Januar wird eine höhere CO₂-Steuer fällig. Statt wie bisher 25 Euro je Tonne Kohlendioxid sind nun 30 Euro fällig. Der Preiseinstieg der vergangenen Tage wurde zu einem großen Teil von der Panik der Ölhändler vor einem Lieferengpass getrieben. Bis jetzt blieb dieser aus. Öl wird an Börsen gehandelt und ist aktuell sehr Emotionsgetrieben. Die Heizölpreise wären auch ohne den Ukrainekrieg gestiegen und hatten ihr reales Niveau noch nicht erreicht, sagen Börsianer.

Heizen ist aktuell eine teure Angelegenheit. Der Ukraine-Krieg war ein Preistreiber.  (Symbolbild)
Heizen ist aktuell eine teure Angelegenheit. Der Ukraine-Krieg war ein Preistreiber. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

Öl wird über Futures (Zukunft) gehandelt. Ein Ölimporteur bestellt eine bestimmte Menge zu einem festgelegten Preis für ein festes Datum, beispielsweise 5.000 Tonnen für Februar 2023. Beide Seiten wissen nicht, wie die Ölversorgung dann aussieht. Entsprechend versuchen sie sich abzusichern. Kriege bedeuten „mögliche Knappheit“ also steigt der Preis.

Auch ohne einen möglichen Wegfall des russischen Erdöls könnte es zu Engpässen kommen. Denn der weltweite Bedarf steigt schneller als die Anpassung der Liefermengen. Für eine Entspannung am Ölmarkt könnten die OPEC-Länder (Organization of the Petroleum Exporting Countries) sorgen, in dem sie den Ölhahn aufdrehen.

Heizöl: Iran könnte für Entspannung sorgen

Mittelfristig liegt auch eine Hoffnung auf den Atomverhandlungen mit dem Iran. Sie sollen vor einem Abschluss stehen. Dann könnten die US-Ölsanktionen gelockert werden – und große Mengen des iranischen Öls kämen auf den Weltmarkt. Das Angebot würde wieder größer, was einen preisdämpfenden Charakter hätte. Allerdings könnte die Menge einen möglichen Wegfall des russischen Erdöls nicht komplett kompensieren.

Mit dem Russland-Ukraine-Konflikt und den Sanktionen des Westens steigt die Furcht, vor ausbleibenden Lieferungen und schlägt auf die Endverbraucherpreise für Heizöl, Benzin und Diesel durch. Auch Erdgas hat sich im Großhandel nochmals stark verteuert. Aufgrund der längerfristigen Lieferverträge zwischen Gasversorger und Verbraucher tritt der Teuerungseffekt erst mit Verzögerung ein. Politiker fordern nun Entlastungen. In Niedersachsen macht die erste Firma eine Filiale dicht, wegen der hohen Energiekosten. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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