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Heizen: Vermieter müssen Auskunft über den Verbrauch geben

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Von: Andree Wächter

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Wie teuer heizt ein Mieter seine Wohnung? Antwort soll die neue Heizkostenverordnung geben. Neben Transparenz könnten die Kosten die Mieter tragen.

Berlin – Das große Zittern beginnt bei den Mietern, wenn die Heizkosten-Abrechnung (Nebenkostenabrechnung)* ins Haus flattert. Es steht dann die Frage im Raum: Wie viel muss ich nachzahlen? Gerade in diesem Winter, mit seinen extrem hohen Heizkosten, kann eine warme Wohnung schnell zur Kostenfalle werden. Um nicht völlig überrascht zu werden, gilt seit Januar eine neue Heizkostenverordnung. Hauseigentümer müssen seit Jahresbeginn ihren Mietern monatlich Informationen über deren Verbrauch an Heizenergie zukommen lassen.

Deutscher Mieterbundwww.mieterbund.de
SitzBerlin
GeschäftsführerDr. Melanie Weber-Moritz und Lukas Siebenkotten
Rechtsforme.V.

Die neue Heizkostenverordnung gilt allerdings nur für moderne, fern ablesbare Messgeräte. Ältere analoge Messeinrichtungen müssen laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in der Regel bis Ende 2026 durch digitale ersetzt werden. Mit der neuen Verordnung soll der Mieter die Chance haben, Einfluss auf seinen Energieverbrauch zu nehmen. Bisher haben sie Informationen über ihren Verbrauch nur mit ihrer jährlichen Abrechnung erhalten. „Dann ist ja eigentlich schon alles gelaufen“, sagt Rolf Bosse vom Mieterverein zu Hamburg. Für Personen mit geringem Einkommen soll es einen Zuschuss* geben.

Heizkosten-Abrechnung: Diese Mindestangaben müssen Verbraucher mitteilen

Die Mitteilung kann in Papierform oder per E-Mail zugeschickt werden, es gibt auch Webportale oder Apps mit entsprechendem Zugang zu den Daten. Folgende Mindestangaben müssen mitgeteilt werden:

In den jährlichen Abrechnungen sind nun auch Hinweise zum genutzten Brennstoffmix verpflichtend, ebenso wie die Erläuterung von Steuern und Abgaben sowie ein Vergleich des gegenwärtigen Energieverbrauchs des Mieters mit dem jeweiligen Verbrauch im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Heizen: Ausnahmen bei der neuen Kostenverordnung

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Es betrifft nur die Hauseigentümer, die bisher laut der Heizkostenverordnung auch schon zur verbrauchsabhängigen Abrechnung verpflichtet waren, erklärt Inka-Marie Storm vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Beispiele: Vermieter einer Wohnung in einem Zweifamilienhaus betrifft dies nicht, wenn sie selbst darin eine Wohnung bewohnen.

Zu sehen sind eine Heizung sowie Euro-Münzen und -Scheine, die davor platziert wurden.
Finanzspritze wegen hoher Energiepreise: Das Bundeskabinett hat den Heizkostenzuschuss beschlossen. © FrankHoermann/Sven Simon/imago

Auch für Einheiten mit Gasetagenheizung müssen keine monatlichen Updates erstellt werden. „Aber in vermieteten Mehrfamilienhäusern und Wohnungseigentümergemeinschaften sind diese Informationen regelmäßig Pflicht, sobald dort fernablesbare Messtechnik installiert ist“, so Storm.

Hoher Verbrauch beim Heizen kann aus Heizverhalten des Mieters resultieren

Was das Ganze bringt, wird sich zeigen. „Diese Informationen können nur ein Bild vom tatsächlichen Verbrauch liefern, die Gründe werden damit nicht immer erkannt“, sagt Inka-Marie Storm. Es wird also darauf ankommen, wie die Bewohner und Hauseigentümer damit umgehen – ob sie nach Ursachen suchen und sie beseitigen. Neben der technischen Seite ist ein weiterer Bausteinrichtig Gas oder Heizöl zu sparen.

Das sieht auch Verbraucherschützer Rolf Bosse so: „Ein hoher Verbrauch ist zunächst einmal ein Hinweis, dass irgendetwas nicht stimmt.“ Einiges könne am persönlichen Heizverhalten des Mieters* liegen. Aber vieles auch an der Heizung selbst.

Größere Einsparungen durch Optimierung beim technischen Zustand von Heizung und Gebäude möglich

Es kann sein, dass die Heizkörper nicht ausreichend entlüftet wurden und die Wärme nicht vollständig dort ankommt. Oder das Thermostatventil* ist kaputt oder die ganze Heizungsanlage ist nicht optimal eingestellt. „Das Heizverhalten der Bewohner ist ein Baustein, der nicht zu unterschätzen ist“, so Bosse. „Entscheidender ist aber der technische Zustand der Heizung und des Gebäudes. Wird hier optimiert, bringt das meist viel größere Einsparungen.“ Auch ab wann die Heizung läuft*, spielt eine Rolle.

Die neuen Regelungen haben aber einen Nachteil: Neue Erfassungssysteme und der monatliche Informationsservice kosten Geld. Dass dies für den Mieter kostenneutral bleibt, ist höchst unwahrscheinlich.

Mieterbund: Überprüfung der Verordnung in drei Jahren

Auch der Deutsche Mieterbund (DMB) geht davon aus, dass die Kosten für den Service sich später in den Betriebskostenabrechnungen wiederfinden. Immerhin: „Nach drei Jahren soll geprüft werden, ob diese Informationen etwas bringen und wie stark die Mieter damit finanziell belastet werden“, so Jutta Hartmann vom DMB.

Gut zu wissen: Kommt der Hauseigentümer seinen neuen Pflichten nicht nach, kann das sogar Sanktionen nach sich ziehen. Mieter können den auf sie entfallenden Kostenanteil um drei Prozent kürzen, wenn der Gebäudeeigentümer fernablesbare Geräte nicht fristgerecht installiert oder seinen Informationspflichten nicht nachkommt, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Mieterberater Rolf Bosse rät daher: Mieter sollten jetzt durchaus auf ihre Vermieter zugehen, um die monatlichen Informationen zu erhalten, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Schließlich sollen sie in die Lage versetzt werden, ihr Verbrauchsverhalten nachzuvollziehen. „Eventuelle Sanktionen sollten über die örtlichen Mietervereine geprüft und durchgesetzt werden“, so Bosse. Wann genau Kürzungen beansprucht werden können, ist bisher aber noch nicht klar. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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