Tierrechtler erheben Vorwürfe gegen Wiesenhof- und Rothkötter-Partner

Tiere sollen lebendig im Mülleimer entsorgt worden sein

Meppen - Die Tierrechtsorganisation Animal Equality erhebt Vorwürfe gegen Vertragslandwirte der Geflügelkonzerne Rothkötter und Wiesenhof.

Im Frühjahr 2017 seien in Betrieben mit heimlich installierten Kameras Aufnahmen gemacht worden, die Verstöße gegen das Tierschutzgesetz dokumentierten, teilte die Organisation am Freitag mit. Auch die ARD-„Tagesthemen“ berichteten in ihrer Donnerstags-Ausgabe über die Vorwürfe; demnach sind die Betriebe im Kreis Emsland.

Die Vorwürfe lauten, dass wiederholt in Hähnchenmastbetrieben Tiere lebendig in Mülleimern entsorgt werden. Bei einer Einstallung in einem Rothkötter-Zulieferbetrieb werden die Küken den Tierschützern zufolge zudem aus Transportboxen in die Hallen geschüttet und auf Haufen geworfen, mit der Gefahr, sich zu verletzen. Bei einem Wiesenhof-Vertragshof treiben Fangtrupps die Masthühner demnach zur Ausstallung unter Tritten zusammen.

In dem ARD-Beitrag äußert sich Rothkötter zu den Vorwürfen dahingehend, dass für den Tierschutz die Vertragspartner selbst zuständig seien. Die Vertragslandwirte bekommen Küken vom Schlachtbetrieb geliefert und mästen diese dann gegen Bezahlung.

Vorgehen keine „gute fachliche Praxis“

„Die Art und Weise des Entleerens der Eintagsküken aus den Kisten durch den Mitarbeiter des Dienstleistungsunternehmens entspricht nicht der guten fachlichen Praxis“, teilte Rothkötter am Freitag mit. Der Landwirt habe seinen Dienstleister aufgefordert, sicherzustellen, dass dieses Verhalten nicht mehr vorkomme.

Die PHW-Gruppe als Wiesenhof-Muttergesellschaft entgegnete auf den Beitrag, dass die Videoaufnahmen tote Küken zeige, es würden keine lebenden Tiere entsorgt. „Da die Küken nach der Betäubung durch einen Genickbruch sterben, kann es vorkommen, dass es bei den Tieren nach Eintritt des Todes noch eine Zeit lang zu unwillkürlichen Bewegungen der Gliedmaßen kommt - so wie dies in einer Bildsequenz zu sehen ist“, schreibt die PHW-Gruppe in einer Stellungnahme. In diesem Sinn äußerte sich auch Rothkötter und widersprach, dass es sich um lebende Tiere gehandelt habe.

Die gezeigten Bilder der Ausstallung widersprächen allerdings den Wiesenhof-Richtlinien, räumte PHW ein. Keiner der entsprechenden Mitarbeiter des Dienstleisters dürfe künftig Ausstallungen bei den Vertragslandwirten mehr durchführen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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