Schweinehaltung ohne Kupieren geht nur manchmal gut

Hausstette - Fußbälle, Heu oder Holzkeulen zum Spielen sollen bei Schweinen den Stress im Stall reduzieren - und so die Tiere davon abhalten, in die Ringelschwänze ihrer Artgenossen zu beißen. Doch reicht das Spielzeug, um die Attacken der Tiere untereinander zu verhindern?

Die Haltung von Schweinen, bei denen aus Tierschutzgründen auf das Kürzen der Schwänze verzichtet wurde, geht nicht in allen Fällen gut. Bei einer Untersuchung der niedersächsischen Landwirtschaftskammer wurde festgestellt, dass Beißattacken der Tiere untereinander dabei nicht komplett vermieden werden könnten. Vor allem eine frühe Trennung von der Mutter stresse die Ferkel und führe zu Angriffen untereinander, sagte der Leiter des Fachbereichs für Tierhaltung der niedersächsischen Landwirtschaftskammer, Ludwig Diekmann.

Die Kammer stellte am Dienstag in Hausstette im Kreis Vechta die Ergebnisse eines Projekts vor, bei dem zwei Jahre lang 17 Bauern zu der Frage beraten wurden, wie Schweine ohne das Kupieren der Ringelschwänze gehalten werden können. Dies sei manchmal gut gegangen, manchmal aber auch nicht, erklärte Tierhaltungsexperte Diekmann. Niedersachsens grüner Landwirtschaftsminister Christian Meyer will erreichen, dass das Land beim Verzicht auf das umstrittene Kürzen von Schweineschwänzen Vorreiter ist. Mäster, die bei ihren Tieren auf das bisher oft übliche Kupieren der Ringelschwänze verzichten, erhalten seit Juni eine Prämie von 16,50 Euro pro Tier.

Die Maßnahme ist aber unter Landwirten umstritten, weil die Schweine bei Stress oder Langeweile dazu neigen, sich gegenseitig in die Schwanzenden zu beißen. Auch Tierschützer sehen eine plötzliche Umstellung der Schweinehaltung kritisch. „Tiere, die beißen, müssen separiert werden. Nicht alle Landwirte haben dafür den zusätzlichen Stallplatz“, sagte der Vorsitzende der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz, Thomas Blaha. Kupieren werde heutzutage nicht mehr als guter Tierschutz verstanden, denn der Schwanz sei ein wichtiges Organ für das Tier.
dpa

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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