Schwierige „OP“:

Krankenhausplanung über Ländergrenzen hinweg

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Bremen und Niedersachsen prüfen eine stärkere Kooperation bei der Krankenhausplanung.

Hannover/Bremen - Eine intensivere Abstimmung bei der Krankenhausplanung ist notwendig - darin sind sich Bremen, Niedersachsen und auch die Kliniken einig. Doch könnte es eine „schwere Geburt“ werden, denn es geht um Geld und um gerechte Versorgungsangebote.

Die Krankenhausverbände in Niedersachsen und Bremen sehen einen Ausbau der Kooperation beider Länder bei der Klinikplanung grundsätzlich positiv. Dies sei sinnvoll und notwendig, hieß es bei den Landeskrankenhausgesellschaften in Hannover und Bremen. Gleichzeitig machten sie aber deutlich, dass die Interessen beider Seiten gewahrt bleiben müssten. Das Thema dürfte Anfang September auch bei einem Treffen von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (beide SPD) ein Rolle spielen.

„Der wirtschaftliche Druck ist so massiv, dass eine Kooperation und eine abgestimmte Behandlungskette zwingend notwendig ist. Die Not ist groß“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer der Bremer Krankenhausgesellschaft (HBKG), Heiko Ackermann. Er verwies darauf, dass 30 Prozent der Patienten in bremischen Krankenhäusern aus Niedersachsen kommen.

Bremen habe damit den größten auswärtigen Patientenanteil unter den Stadtstaaten. Allerdings machte Ackermann klar, dass die Patienten aus Niedersachsen zur Wirtschaftlichkeit der Kliniken beitrügen: „Diese Patienten sind notwendig. Auf diese Erlöse können wir nicht verzichten.“

Der Hinweis auf die 30-Prozent-Marke wird in Hannover mit leichtem Argwohn betrachtet, denn man wittert Forderungen nach einer etwaiger Finanzbeteiligung. Dieser nächste Schritt sei dann nicht weit, mutmaßt man bei der Niedersächsischen Landeskrankenhausgesellschaft (NKG). „Niedersachsen hat aber keine Luft, an Bremen etwas abzugeben“, unterstrich der stellvertretende NKG-Geschäftsführer Marten Bielefeld.

Natürlich seien Gespräche über eine engere Abstimmung an allen Landesgrenzen sinnvoll. Das Flächenland Niedersachsen habe aber im Krankenhausbereich bereits einen Investitionsstau von rund 1,5 Milliarden Euro. Bielefeld: „Ja, wir sind offen zu kooperieren, aber Achtung: Es ist nicht denkbar, dass wir Häuser in Bremen mitfinanzieren.“

Allerdings wird in Hannover auch darauf hingewiesen, dass die Gespräche formell noch gar nicht begonnen hätten. Zumindest auf Bremer Seite ist das Thema hoch angesiedelt. „Insgesamt werden wir unsere medizinische Versorgungslandschaft deutlich intensiver mit Niedersachsen abstimmen müssen“, sagte Sieling vor rund einem Monat in seiner Regierungserklärung. Vor wenigen Tagen hatte er seine Forderung nach einer engeren Kooperation beider Bundesländer auch in anderen Bereichen bekräftigt.

In den 185 Krankenhäusern in Niedersachsen sind rund 103 000 Mitarbeiter beschäftigt. Jährlich werden dort 1,8 Millionen Patienten behandelt. In Bremens 15 kommunalen, freigemeinnützigen und privaten Krankenhäusern sind es pro Jahr 210 000 Patienten, die voll- und teilstationär behandelt werden.

dpa

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