Zwei Pferde sterben an Herpes-Virusinfektion

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Der Ausbruch von Herpesvirus-Infektionen in mehreren Pferdeställen versetzt Reiter in der Region Hannover in Unruhe.

Hannover - Der Ausbruch von Herpesvirus-Infektionen in mehreren Pferdeställen versetzt Reiter in der Region Hannover in Unruhe. Besonders betroffen ist das Reitergut Köthenwald in Sehnde.

Dort sind bereits zwei Pferde an den Folgen der ansteckenden Erkrankung gestorben. Ein weiteres Pferd aus dem Sehnder Reitstall wurde auf der Isolierstation der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Tiho) behandelt. Auch in den Landkreisen Peine und Hildesheim seien Erkrankungsfälle bekanntgeworden, sagte Tiermediziner Karsten Feige, der die Klinik für Pferde an der Tiho leitet.

Pferde-Herpes ist keine melde- oder anzeigepflichtige Krankheit. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) verfügt daher nicht über Daten zur Verbreitung in Niedersachsen. Immer wieder kommt es zu Ausbrüchen, wie zuletzt 2012 im Landkreis Harburg. Tödlich verläuft die Infektion allerdings nur in Einzelfällen. Eine Übertragung auf den Menschen ist nicht bekannt. Die betroffenen Höfe sind dazu angehalten, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. So dürfen zum Beispiel die Besitzer nur noch in Schutzanzügen die Ställe betreten.

Der Pferdesportverband Hannover hat Verhaltensempfehlungen im Fall akuter Herpesvirus-Infektionen auf seine Homepage gestellt. „Es ist keine Seuche, aber man sollte die Krankheit nicht unterschätzen“, sagte Geschäftsführerin Erika Putensen. Sie appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Halter. Aus Beständen, in denen das Herpesvirus grassiert, dürfe niemand mit seinem Pferd zu Turnieren losfahren.

In der Region Hannover wurden bisher aber nur wenige Veranstaltungen wegen Pferde-Herpes komplett abgesagt. Der Renntag auf der Pferderennbahn in Langenhagen an diesem Sonntag ist auch nicht gefährdet. Die Galopper müssen ohnehin alle sechs Monate gegen das Virus geimpft werden. Allerdings wurde das Trabrennen mit Prominenten im Sulky abgesagt, um Kontakte dieser Tiere mit den wertvollen Sportpferden zu vermeiden.

Veterinär Feige rät Pferdebesitzern, frühzeitig einen Tierarzt zu holen, wenn ihre Tiere Fieber, Schnupfen und Husten haben. Wenige erkrankte Pferde zeigen auch neurologische Symptome. Das Herpesvirus ganz aus den Ställen zu entfernen, sei nicht möglich, sagt der Tiermedizinprofessor - auch nicht, wenn sich mehr Halter für eine Impfung entscheiden. 70 bis 90 Prozent aller Pferde seien mit Herpesviren infiziert - meist, ohne dass die Besitzer es wissen. In Stresssituationen könne die Krankheit ausbrechen und sich dann schnell verbreiten. dpa

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