Gespräche in Hannover

NGG verlangt in Tarifverhandlungen Mindestlohn für Fleischindustrie

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Die Forderungen für die Fleischindustrie sind konkret.

Hannover - Schwieriger Auftakt einer Premiere: Die deutsche Fleischindustrie ringt am Verhandlungstisch mit der Gewerkschaft um einen bundesweiten Mindestlohn. Es geht auch um den Ruf der Branche.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Tarifverhandlungen für die deutsche Fleischindustrie am Dienstag mit der Forderung nach einem bundesweiten Mindestlohn eröffnet. „Wir fordern eine Mindestlohn-Absicherung von mindestens 8,50 Euro“, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Nach der breiten Diskussion um die Arbeitsbedingungen in den Schlachtbetrieben verlangte die NGG bei den Gesprächen in Hannover auch strukturelle Verbesserungen für die bundesweit gut 80 000 Arbeitnehmer.

Nach Gewerkschaftsangaben wiesen die Arbeitgeber die Forderung nach einem bundesweiten Mindestlohn zurück. Dies sei zwar für den Westen möglich, kurzfristig jedoch nicht für die ostdeutschen Bundesländer. Nach mehreren Stunden vertagten die Tarifparteien die Gespräche auf den 17. Dezember. Die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in Deutschland ist auch Ziel der SPD in ihren Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU. Die Bezahlung der Mitarbeiter in der Branche ist bisher über einzelne Haus- oder regionale Tarife geregelt, die nur rund 27 000 Beschäftigte erfasst. Ein bundeseinheitliches Tarifwerk gibt es nach den Angaben bisher nicht.

Die Branche hatte Schlagzeilen wegen der prekären Wohn- und Arbeitsverhältnisse von Leih- und Werkvertragsarbeitern gemacht, die einen Großteil der Beschäftigten stellen. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Ernährungswirtschaft Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Michael Andritzky, sagte der ARD: „Wir wollen, dass diese Branche aus dem Gerede kommt.“

Vor dem Verhandlungsauftakt forderte die Vize-Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion Bärbel Höhn in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) ein Ende der Schlachtungen im Akkord. Der Druck führe zu schweren Missständen: Jedes Jahr würden in Deutschland rund eine halbe Million Schweine lebend und bei Bewusstsein in die Brühanlage gelangen.

Der Präsident des Bauernverbands im Emsland, Herman Wester, wies diese Kritik zurück und hielt Höhn vor, eine ganze Branche zu kriminalisieren. „So etwas passiert dort nicht; kein Landwirt würde seine Tiere an einen Schlachthof liefern, wenn dort auf diese Weise gegen die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes verstoßen würde.“ In einer Erklärung betonte die Vereinigung des emsländischen Landvolks, bevor ein Schwein in die Brühanlage gehe, würden Amtstierärzte den Tod des Tieres feststellen. dpa

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