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Schwere Vorwürfe: Elefanten im Zoo Hannover werden gequält

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Von: Johanna Müller

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Elefantennachwuchs im Zoo Hannover
Der Zoo Hannover ist bekannt für seine Elefanten. Regelmäßig gibt es dort Nachwuchs. © dpa

Hannover - Im Zoo Hannover sollen Elefanten geschlagen werden. Das berichtet die Redaktion des  ARD-Politikmagazins „Report Mainz“. Zoo-Geschäftsführer Andreas Casdorff weist diese schweren Vorwürfe zurück.

Der Redaktion von „Report Mainz“ liegen nach eigenen Angaben heimlich gedrehte Aufnahmen der Tierrechtsorganisation Peta vor. Im Herbst 2016 hatten die Tierschützer mehrere Kameras in der Elefantenanlage des Zoos Hannover installiert und dabei dokumentiert, wie unterschiedliche Pfleger Jungtiere mit einem sogenannten Elefantenhaken schlagen, das berichten die Reporter in einer Mitteilung. 

Ein Pfleger soll auf den Aufnahmen ein Jungtier am Hals nach oben reißen, der Elefant schreie deutlich hörbar auf. Ein anderer Tierpfleger soll einem kleinen Elefanten mit Wucht auf den Kopf schlagen. In einer Szene sei zu sehen, dass ein Jungtier flüchten möchte. Daraufhin kämen zwei weitere Pfleger und drohen mit dem Elefantenhaken. 

Tierschützer: Elefanten in Hannover leiden 

Außerdem soll auf den Aufzeichnungen zu sehen sein, wie Tiere durch Gewalt dazu gebracht werden, sich im Kreis zu drehen, sich auf das Hinterteil zu setzen oder „Männchen“ zu machen.

Die US-amerikanische Elefantenexpertin Carol Buckley hat nach eigener Aussage mehrere Stunden des Bildmaterials begutachtet und eine Stellungnahme dazu verfasst. Darin heißt es: „Ein Versagen seitens der Elefanten führt zu sofortiger Bestrafung, körperlichem Schmerz, Schikane, Einschüchterung und emotionalem Stress. Die Elefanten leben unter ständiger Bedrohung.“ Sie kommt zu dem Fazit: "Die Elefanten im Zoo Hannover leiden unter erlernter Hilflosigkeit und leben in täglicher Angst."

„Report Mainz“ hat den zoologischen Leiter, Klaus Brunsing, sowie den Geschäftsleiter des Hannoveraner Zoos, Andreas Casdorff, mit den Aufnahmen aus den Gehegen konfrontiert. Nach deren Aussage könne man kein Schlagen der Tiere erkennen, diese würden lediglich durch den Haken geführt. 

Die Dressur habe einen bestimmten Zweck: „Die Übungen müssen sie regelmäßig machen, weil sie die Tiere trainieren müssen, damit sie im medizinischen Fall auch reagieren", sagt Geschäftsleiter Casdorff. Dabei werden die Tiere weder körperlich noch seelisch verletzt, erklärte der Geschäftsleiter gegenüber der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. 

Hintergrund: „Direct-Contact-Methode“

Die Elefanten im Zoo Hannover werden nach der sogenannten „Direct-Contact-Methode“ gehalten. Der Direktor des Frankfurter Zoos und ein Nachfolger von Bernhard Grzimek, Professor Manfred Niekisch, hält diese Methode allerdings für nicht mehr zeitgemäß. Der Tierpfleger steht dabei in unmittelbarem Kontakt zu den Elefanten und ist in deren Herde integriert. 

Im Interview mit „Report Mainz“ sagt Direktor Niekisch: „Schläge und Ketten sind Dinge aus der Vergangenheit, wo der Mensch dachte, er müsse ein Tier beherrschen. Wir wissen heute, dass es sehr viel schöner ist für das Tier und auch für die Besucher, wenn sich die Tiere so verhalten, wie sie es auch in natürlicher Weise tun.“

Dem gegenüber steht der sogenannte „Protected Contact“, dabei ist der Pfleger stets durch Gitter von den Elefanten getrennt. Die Tiere werden bei dieser Haltungsform mit Belohnungen dazu motiviert, an medizinischen Untersuchungen, wie beispielsweise der Fußpflege, mitzuwirken. 

In den vergangenen Jahren haben sehr viele deutsche Zoos, wie zum Beispiel Köln, Erfurt, Heidelberg oder Münster, ihre Elefantenanlagen umgebaut und auf die „Protected Contact-Methode“ umgestellt.

Die Sendung „Report Mainz“ mit dem Bericht für die Elefanten im Zoo Hannover lief am heutigen Dienstag, 4. April, um 21.45 Uhr im Ersten.

jom

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