Raubmord im Supermarkt wird Fall für „Aktenzeichen XY“

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Hannover - Der gewaltsame Tod eines Supermarkt-Kunden bei einem Überfall in Hannover hat Entsetzen ausgelöst. Die Tat ist ein halbes Jahr her, der mutmaßliche Mörder noch nicht gefasst. Jetzt soll eine Fernseh-Fahndung helfen, den Serienräuber zu fangen.

Der gefährliche Räuber, der in Hannover vor einem halben Jahr einen 21-jährigen Supermarkt-Kunden erschossen hat, treibt weiter sein Unwesen. Der unbekannte Serientäter ist mindestens für 17 Überfälle in fünf Bundesländern verantwortlich, möglicherweise gehen 26 weitere Taten seit September 2013 auf sein Konto. Jetzt soll der wegen Raubmordes gesuchte Mann mit Hilfe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ...ungelöst“ gefasst werden. Außerdem wurde eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise zur Ergreifung des etwa 45- bis 55-Jährigen ausgesetzt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Hannover mitteilten.

Seit Monaten fahndet die Ermittlungsgruppe „Discounter“ mit Bildern und Videos aus Überwachungskameras nach dem Mann, der stets nach dem gleichen Muster vorgeht. Er betritt als vermeintlicher Kunde einen Supermarkt kurz vor Ladenschluss, beim Bezahlen bedroht er die Kassiererin mit einer Pistole und verlangt Geld. Bei dem Überfall in Hannover-Stöcken wollte der 21-jährige Kunde Anfang Dezember der Kassiererin helfen und den Täter überwältigen. Er wurde erschossen, ein weiterer Mann schwer verletzt. Schon am nächsten Tag überfiel der Serientäter wieder einen Supermarkt in Hemmingen bei Hannover.

Aufgrund von DNA-Spuren sowie eines Waffengutachtens konnten dem Unbekannten inzwischen folgende Überfälle eindeutig zugeordnet werden: in Niedersachsen zweimal Hannover, Salzgitter, Gifhorn, Hemmingen und Wolfenbüttel, in Nordrhein-Westfalen Hamm, Bottrop, Essen und Bad Driburg, in Sachsen-Anhalt Burg bei Magdeburg, Möckern bei Burg sowie Dessau-Roßlau, in Bayern Hof, Kulmbach und Pegnitz sowie Brandenburg an der Havel in Brandenburg.

Der Gesuchte ist etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß und kräftig. Er hat kurze, blonde, leicht grau-melierte Haare und spricht Deutsch mit osteuropäischem Akzent. Eine Hypothese der Ermittler lautete, dass der Serienräuber spielsüchtig sein könnte. „Wir haben uns gefragt, warum er so viele Taten so schnell hintereinander begeht“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. „Offensichtlich braucht er dringend Geld.“ Die Fahnder warnen davor, den äußerst gefährlichen Mann anzusprechen. Zeugen sollten stattdessen sofort die Polizei alarmieren. Die Ausstrahlung der Sendung „Aktenzeichen XY ...ungelöst“, in der die Raubserie thematisiert wird, ist für den 15. Juli geplant.
dpa

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