15-jährige Angreiferin

Mutmaßliche Messerstecherin bewegte sich in Salafisten-Szene

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Die Messerattacke einer 15-Jährigen auf einen Polizisten im Hauptbahnhof Hannover hat möglicherweise einen islamistischen Hintergrund gehabt.

Hannover - Die 15-Jährige, die einen Polizisten womöglich aus islamistischen Motiven niedergestochen hat, war schon als Kind in salafistischen Kreisen unterwegs. Prediger Pierre Vogel präsentierte das Mädchen im Internet als „Unsere kleine Schwester im Islam“.

Die 15-Jährige, die einen Polizisten am Hauptbahnhof Hannover niedergestochen hat, war schon als Kind in der Salafisten-Szene bekannt. Zahlreiche Videos auf der Online-Plattform YouTube zeigen das Mädchen im Grundschulalter an der Seite des Salafisten-Predigers Pierre Vogel. Das Kind beantwortet Fragen und liest aus dem Koran. „Die Bilder zeigen offensichtlich unsere Tatverdächtige. Sie wird mit sieben Jahren aber nicht allein dahin gegangen sein“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Freitag. Die Ermittler prüfen, ob der Mordversuch an dem 34-jährigen Beamten vor einer Woche einen islamistischen Hintergrund hatte.

Die 15 Jahre alte Deutsch-Marokkanerin besuchte nach Medienberichten bis zu ihrer Festnahme ein Gymnasium in Hannover. Jetzt sitzt sie in Untersuchungshaft. Sie war vor der Tat nach Istanbul geflogen und hat sich eine knappe Woche in der Türkei aufgehalten. Die Ermittler prüfen, ob sie sich während dieser Reise auch an der syrischen Grenze aufhielt. Nach Medienberichten soll die Jugendliche von ihrer Mutter aus Furcht vor einer Radikalisierung zurückgeholt worden sein.

Die Schülerin hatte dem Bundespolizisten unvermittelt ein Messer in den Hals gestoßen, als er sie kontrollieren wollte. Zuvor war das Mädchen nach Polizeiangaben dem Polizisten im Bahnhof gefolgt. Ein Kollege des Opfers konnte die 15-Jährige überwältigen. Der bei der Attacke schwer verletzte Beamte konnte das Krankenhaus nach Angaben der Polizei inzwischen wieder verlassen.

Die Ermittler starteten am Freitag einen Zeugenaufruf, um zu erfahren, ob die 15-Jährige sich vor der Tat alleine im Hauptbahnhof aufgehalten hat oder ob sie in Begleitung anderer Personen war. Unmittelbar vor der Tat hatten die Bundespolizisten niemanden weiteren wahrgenommen. Warum das Mädchen sich im Hauptbahnhof aufhielt, habe es bei seiner Vernehmung nicht gesagt, sagte Klinge. Zu dem Messerstich kam es nach Darstellung der 15-Jährigen spontan, weil sie sich über die Ausweiskontrolle geärgert habe. Medienberichte, wonach der Staatsschutz 2014 bereits wegen Terrorverdachts gegen die Jugendliche ermittelt hatte, bestätigte Klinge nicht.

Die salafistische Szene in Deutschland ist nach Angaben des Verfassungsschutzes ein wichtiges Rekrutierungsfeld für den Dschihad. In Niedersachsen schätzt die Behörde die Zahl der Salafisten auf 520 mit steigender Tendenz, die meisten seien aber nicht gewaltbereit. In Bremen wird die Zahl der Salafisten auf 360 geschätzt. Der Hamburger Verfassungsschutz geht von 460 Salafisten in der Hansestadt aus, 270 davon gelten als militante IS-Sympathisanten.

dpa

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