Katastrophe knapp verhindert

Mieter wollte aus Wut Mehrfamilienhaus in die Luft sprengen

Hannover - Aus Wut über seine fristlose Kündigung soll ein Mieter versucht haben, ein Mehrfamilienhaus in Hannover in die Luft zu sprengen. Wegen versuchten Mordes war der 55-Jähriger bereits vor knapp einem Jahr zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Weil der Bundesgerichtshof das Urteil kassierte, steht der Mann seit Dienstag wieder vor dem Landgericht Hannover. Ihm wird vorgeworfen, am 2. Dezember 2013 ein Feuer im Keller des Hauses im Stadtteil List gelegt zu haben. Dazu baute der arbeitslose Programmierer an eine Camping-Herdplatte eine Zeitschaltuhr und stellte eine 21 Liter fassende Butan-Propangasflasche daneben. Außerdem verteilte er mit Brandbeschleuniger getränktes Papier.

Die von einem aufmerksamen Nachbarn alarmierte Feuerwehr konnte allerdings in letzter Sekunde Schlimmeres verhindern. Beim Eintreffen der Rettungskräfte habe die Explosion schon kurz bevor gestanden, sagte Staatsanwältin Sabine Wortmann. „Manche Gegenstände brannten schon.“ Das Gasgemisch sei auf 85 Grad erhitzt gewesen. Der Angeklagte habe den Tod von 13 Hausbewohnern, die sich zur Tatzeit in ihren Wohnungen aufhielten, in Kauf genommen, sagte die Staatsanwältin. Sein Motiv sei Rachlust wegen der fristlosen Kündigung seines Vermieters gewesen.

Der Angeklagte stritt zum Prozessauftakt die Vorwürfe vehement ab und beschwerte sich über seinen Pflichtverteidiger. „Er ist nur hier, um Geld abzugreifen“, sagte der schmächtige Mann mit der Brille und dem Schnauzbart. Eine Rechtsberatung habe nicht stattgefunden. Den Einwand von Richter Frank Rosenow, der Verteidiger habe doch die Revision durchgesetzt, ließ der 55-Jährige nicht gelten.

Dennoch akzeptierte die 2. Große Strafkammer schließlich den Antrag des Angeklagten auf einen anderen Verteidiger, da das Vertrauensverhältnis zu dem bisherigen Anwalt zerrüttet sei. Damit greift bereits der vierte Rechtsanwalt in das Verfahren ein. Zwei Verteidiger lehnte der 55-Jährige ab, einer hatte aus gesundheitlichen Gründen das Mandat abgegeben.

Der mutmaßliche Brandstifter nimmt in Kauf, dass sich der Prozess nun abermals verzögern kann. Er war bereits am Tattag festgenommen worden und sitzt seit fast anderthalb Jahren in Untersuchungshaft. dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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