Wettbewerb in Hannover

„Härtester Feuerwehrmann der Welt“ heißt Lukas Novak

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Der Tscheche Lukas Novak (M) hält, neben Alexander Meyer (l) von der Berufsfeuerwehr Göttingen und Pavel Kubin von der Berufsfeuerwehr Prag, seine Siegertrophäe hoch

Hannover - Von Ralf E. Krüger. Beim Wettbewerb der Härtesten der Harten hat ein tschechischer Feuerwehrmann den deutschen Titelverteidiger vom Thron gestürzt.

Der Tscheche Lukas Novak darf sich seit Samstag als „Härtester Feuerwehrmann der Welt“ bezeichnen. Keuchend und schnaufend hatte sich der 31-Jährige bei dem wochenlangen Härtetest während der Interschutz-Messe in Hannover gegen Hunderte Mitbewerber aus aller Welt durchgesetzt. „Ich bin einfach nur glücklich“, sagte der neue Champion. Für ihn gab es neben einem Pokal auch einen Scheck über 500 Euro. „Aber ich habe eh nicht des Geldes wegen teilgenommen“, erklärte Novak.

Titelverteidiger Joachim Posanz aus Göttingen landete diesmal mit einer Zeit von 6:31 Minuten abgeschlagen auf Rang sechs. Die Teilnehmer waren zuvor bei den Tageswertungen über Steilwände geklettert oder mit Gewichten durch enge Tunnel gekrochen, die enge Wendeltreppe des 65 Meter hohen Hermes-Turms in voller Montur hinaufgestürmt oder hatten mit schwerem Atemschutzgerät Schläuche gezogen und ausgerollt. Es waren Übungen, wie sie auch im Alltag der Retter und Helfer oft genug vorkommen. Der junge Tscheche Novak wurde bereits beim Auftakt des zum 17. Mal in Deutschland veranstalteten TAF-Wettbewerb („Toughest Firefighter Alive“) als Favorit gesehen - auch wenn der Göttinger Alexander Meyer zunächst vorne lag. Meyer landete mit einer Zeit von 6:10 Minuten auf dem zweiten Platz. Er muss ihn sich allerdings mit Pavel Kubin - einem Landsmann Novaks - teilen, da beide auf die Sekunde genau die gleiche Zeit hatten.

Härtester Feuerwehrmann der Welt gesucht

Meyer hat nun aber Anspruch auf den Titel des „Härtesten Feuerwehrmanns Deutschlands“. Er hatte nach einem Achillessehnenriss ein Jahr mit dem Training pausieren müssen. „Ich wollte mein Comeback haben und sehen wie ich mich positioniere - und habe mit dem Ergebnis alle überrascht“, sagte er nach dem Ende des Wettbewerbs. Unter den Teilnehmern waren auch neun Frauen, die in einer eigenen Klasse antraten. Mit dem Titel „Härteste Feuerwehrfrau der Welt“ darf sich nun Anja Hartmann aus Lübben schmücken, die bei dem Härtetest den Parcours in 13:04 Minuten als Schnellste bewältigte. Der ursprünglich aus den USA kommende TAF-Wettbewerb war Teil der Messe. Es ist eine Kombination aus Leistungswettkampf, Sportveranstaltung und Showprogramm.

Es ging um Kraft, Koordination und Kondition; etwa beim Bergen und Abtransportieren einer 80 Kilogramm schweren menschlichen Attrappe. Oder dem Schleppen schwerer Kanister ins zweite Obergeschoss eines Gebäudes. Die Weltmeisterschaft wurde erstmals auf der alle fünf Jahre stattfindenden Brandschutzmesse Interschutz ausgeführt, bei der 1500 Aussteller aus 51 Ländern neuste Trends um Rettungswagen, Schutzkleidung, Funktechnik sowie Löschroboter und Verbände präsentierten. Der Andrang übertraf die Erwartungen der Organisatoren: Statt der erwarteten 125 000 kamen 157 000 Besucher (2010: 123 266 Besucher).

„Diese Messe ist keine Verkaufsausstellung im wirklichen Sinn, sondern Feuerwehrkult!“, meinte Hans-Peter Kröger, Chef des Deutschen Feuerwehr-Verbands. Die nächste Interschutz-Messe findet vom 15. bis 20. Juni 2020 in Hannover statt und fällt mit dem 29. Deutsche Feuerwehrtag zusammen.
dpa

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