Mögliche fremdenfeindliche Sprüche von Polizisten - Ermittler prüfen

Hannover - Mutmaßlich von Bundespolizisten aus Hannover verfasste fremdenfeindliche Kommentare im sozialen Netzwerk Facebook könnten strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. „Wir sind diesbezüglich in einem engen Kontakt mit der Bundespolizei“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Mittwoch in Hannover.

Nach Informationen des NDR sollen mehrere Bundespolizei-Beamte aus Hannover bei Facebook fremdenfeindliche Kommentare verbreitet haben. Vier Polizisten sollen unter anderem in Bezug auf mutmaßliche Straftäter über einen „kriminellen Migrationsmob“ geklagt haben.

Ob unter den Urhebern der umstrittenen Facebook-Einträge auch der seit Wochen im Fokus der Staatsanwaltschaft stehende Bundespolizist ist, dazu haben die Ermittler bisher keine Erkenntnisse. Dem Mann wird vorgeworfen, zwei Flüchtlinge in der Wache misshandelt zu haben. Auf die laufenden Ermittlungen haben die neuen Details deshalb zunächst keine Auswirkungen. „Es zeigt aber, welche Stimmung dort im Hintergrund offenbar gegeben ist“, sagte Klinge. „Das alles ist nicht schön.“

Ein Bundespolizist soll im vergangenen Jahr zwei Männer auf der Wache im Hauptbahnhof in Hannover gedemütigt, geschlagen und damit in Kurznachrichten geprahlt haben. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt deshalb unter anderem wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt. Die beiden potenziellen Opfer konnten aber bislang noch nicht von der Staatsanwaltschaft ermittelt werden.
dpa

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