Flüchtlingskinder sollen Deutsch in der Kita lernen

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Das Bundes-Programm "Sprach-Kitas" könnte ausgebaut werden.

Hannover - Sie kommen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan: Immer mehr Flüchtlingskinder werden in niedersächsischen Kitas betreut. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt sieht die Kindergärten als Schlüssel zur Integration.

Angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingskindern will Niedersachsen die Sprachförderung in Kindergärten ausbauen. Notwendig dafür sei finanzielle Hilfe vom Bund, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt der Deutschen Presse-Agentur. „Die Länder werden das nicht alleine schultern können“, betonte die SPD-Politikerin. Die Ministerin schlägt vor, dass der Bund sein Programm „Sprach-Kitas“ aufstockt. Aktuell profitieren von diesem Programm landesweit rund 330 der etwa 5000 Kitas. Sie bekommen eine halbe Stelle Sprachförderung zusätzlich finanziert.

Niedersachsen rechnet mit etwa 30 000 minderjährigen Flüchtlingen. Davon könnten nach Schätzungen knapp 10 000 jünger als sechs Jahre alt sein. Wie viele von ihnen eine Krippe oder Kita besuchen werden, lässt sich nur schwer sagen. Eine Kindergartenpflicht gibt es nicht. „Für die Jungen und Mädchen ist es eine große Chance, durch einen frühzeitigen Kita-Besuch zweisprachig aufzuwachsen“, sagte Heiligenstadt.

Die Diskussion über Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen dürfe nicht das zentrale Thema Integration überlagen, betonte sie: „Das müssen wir jetzt schon anpacken. Wichtiger Orte für die Integration sind Kita und Schule.“

Niedersachsen will der Ministerin zufolge die freiwerdenden Mittel aus dem Betreuungsgeld für die frühkindliche Bildung einsetzen. Für 2016 seien dies rund 30 Millionen Euro. Die als „Herdprämie“ kritisierte Zahlung an Eltern, die ihren unter dreijährigen Nachwuchs zu Hause betreuen, war vom Bundesverfassungsgericht gekippt worden.

Die Landesregierung geht davon aus, dass demnächst mehr Mädchen und Jungen in Kindertagesstätten betreut werden. „Daher wollen wir auch mit Hilfe des Bundes die Zahl der Kitas ausbauen“, sagte Heiligenstadt. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hält aufgrund der Flüchtlingskinder Zehntausende neue Kita-Plätze für notwendig. Die SPD-Politikerin erwartet bundesweit aufgrund des Flüchtlingszustroms rund 68 000 zusätzliche Kita-Kinder.

dpa

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