Im ICE Hannover - Bremen

30-Jähriger rastet aus und bricht Zugbegleiter die Nase

Bremen - Ein 30-jähriger Mann ist im ICE 776 von Hannover nach Bremen ausgerastet: Am Mittwochabend schlug er so massiv auf den 33-jährigen Zugbegleiter ein, dass der Bahnmitarbeiter mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Ein 59-jähriger Fahrgast bewies laut Polizeiangaben Zivilcourage - er setzte den Angreifer mit Tierabwehrspray außer Gefecht. Bundespolizisten nahmen den 30-Jährigen bei Ankunft des Zuges gegen 20.45 Uhr in Bremen fest.

Wie die Polizei mitteilte, verhielt sich der 30-Jährige schon bei der Fahrausweiskontrolle aggressiv und beleidigte mehrere Zugbegleiter: Weil sein Niedersachsenticket im ICE nicht gültig war, sollte er sich ausweisen. Als der direkt vor ihm stehende Zugbegleiter ankündigte, die Bundespolizei zu informieren, wurde er geschubst, geschlagen und getreten, bis der 59-jährige Fahrgast Nothilfe leistete und den 30-Jährigen mit Tierabwehrspray zur Raison brachte.

Der ICE fuhr unmittelbar darauf in Bremen ein; der Angreifer taumelte aus dem Zug, kniete auf dem Bahnsteig und klagte über Augenschmerzen. In Handschellen wurde er abgeführt. Auf der Wache spülten die Bundespolizisten seine Augen aus. Laut der Beamten warf der Mann dabei die Wasserflasche auf den Boden und zerbrach sie. Nach der Strafanzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung wurde er entlassen.

Für den Zugbegleiter endete der Dienst mit der Einlieferung ins Krankenhaus: Schock, diverse Gesichtsprellungen und eine gebrochene Nase.

Erklärung der Polizei zu dem Fall

"Der Form halber muss wegen des Einsatzes von 'Tierabwehrspray gegen eine Person' auch bei geleisteter Nothilfe ermittelt werden. Der Fahrgast hatte Angst um das Leben des Zugbegleiters - insofern dürften ihn bei der Prüfung der Verhältnismäßigkeit keine Rechtsfolgen treffen, was aber im Ermessen der Staatsanwaltschaft liegt. Aus Sicht der Bundespolizei hat er im konkreten Fall hervorragende Zivilcourage gezeigt."

Rubriklistenbild: © dpa

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