Frau wegen Attacke auf Ex-Partner vor Gericht

Hannover - Eine Frau terrorisiert ihren Ex-Lebensgefährten über Jahre und rast schließlich sogar mit einem Auto auf ihn und seine Ehefrau zu. Die 53-Jährige muss sich nun wegen versuchten Totschlags vor Gericht verantworten.

Eine 53-Jährige soll versucht haben, ihren ehemaligen langjährigen Lebensgefährten und dessen Frau mit dem Auto zu überfahren und zu töten. Die Frau steht deshalb seit Donnerstag wegen versuchten Totschlags in Hannover vor Gericht. „Sie versuchte, ihrem unglücklichen Dasein und dem Glück der Eheleute ein Ende zu setzen“, sagte Staatsanwältin Claudia Becker-Kunze bei der Verlesung der Anklage. Die 53-Jährige äußerte sich zum Prozessauftakt nicht selbst, sondern ließ über ihre Verteidigung erklären, dass sie das Paar nicht verletzen oder töten wollte.

Bei der Attacke im vergangenen November in Altwarmbüchen bei Hannover konnten sich der frühere Lebensgefährte und seine Frau in letzter Sekunde retten. Die Frau raste dann mit rund 50 Stundenkilometern der Anklage zufolge ungebremst in einen Nachbarn, der zu Hilfe geeilt war und auf der Straße stand. Der Mann wurde durch die Luft geschleudert und erlitt etliche Verletzungen.

In der ruhigen Wohnstraße spielten sich Schilderungen zufolge dramatische Szenen ab. Zunächst sei die Angeklagte mit einem geliehenen Fahrzeug auf das Paar zugerast, wie der Ex-Partner vor Gericht unter Tränen schilderte. Als sie die beiden verfehlte, legte sie den Rückwärtsgang ein. „Ich sah den Wagen rückwärts auf mich zurasen“, berichtete der 59 Jahre alte frühere Freund. Er sprang über einen Zaun, in den dann das Auto krachte. Seine Ehefrau war zur Seite gesprungen und hatte die Fahrzeugtür aufgerissen - und die 53-Jährige erkannt. Danach habe die Angeklagte den Nachbarn überfahren.

Rund 25 Jahre hatte die gelernte Pharmareferentin mit ihrem Freund zusammengelebt. In den letzten Jahren habe sich die Beziehung dramatisch verschlechtert, berichtete der 59-Jährige. Die Angeklagte habe ihn immer wieder bedroht und behauptet, er würde sie schlagen und sei spielsüchtig. Zur endgültigen Trennung kam es demnach, als die Angeklagte nachts die Polizei rief und behauptete, ihr Freund habe die Gasleitung manipuliert, um das Haus und Nachbargebäude in die Luft zu jagen.

Die Polizei führte den Mann daraufhin mit Handschellen aus seinem Haus. Nach ihrem Auszug bombardierte die 53-Jährige ihren Ex-Partner mit Telefonanrufen, Briefen, E-Mails und lauerte ihm ständig auf, wie der 59-Jährige aussagte. Als er eine neue Partnerin hatte, sei es noch heftiger geworden. „Unser Leben war ein Albtraum“, sagte das Opfer. Das Urteil soll Anfang Juni gesprochen werden.
dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

"Stolzer" Wagner bezwingt polternden Mourinho

"Stolzer" Wagner bezwingt polternden Mourinho

Regierungspartei gewinnt Wahl in Japan

Regierungspartei gewinnt Wahl in Japan

Einzelkritik: Pavlenka sicher, Bartels ganz schwach

Einzelkritik: Pavlenka sicher, Bartels ganz schwach

Meistgelesene Artikel

SPD siegt und steht vor schwierigen Koalitionsgesprächen

SPD siegt und steht vor schwierigen Koalitionsgesprächen

25-Jähriger soll im Wahn zwei Menschen erstochen haben

25-Jähriger soll im Wahn zwei Menschen erstochen haben

Sechs mutmaßliche Salafisten in Hamburg vor Gericht

Sechs mutmaßliche Salafisten in Hamburg vor Gericht

82-Jähriger stirbt bei Streit mit 56-Jähriger Ehefrau

82-Jähriger stirbt bei Streit mit 56-Jähriger Ehefrau

Kommentare