Mord an Schülerin vor 35 Jahren

Ohne Geständnis keine Wiederaufnahme des Verfahrens

Hambühren - Der Mord an einer Schülerin vor fast 35 Jahren beschäftigt erneut Politik und Justiz in Niedersachsen. Die 17 Jahre alte Frederike war im November 1981 in einem Wald nahe Hambühren bei Celle vergewaltigt und getötet worden.

Mit Hilfe neuer Untersuchungsmethoden konnten Experten des Landeskriminalamtes 2012 DNA-Spuren sichern, die einen heute 56-Jährigen schwer belasten. Weil der Mann in dem Mordfall 1983 freigesprochen wurde, ist eine Wiederaufnahme des Verfahrens aber nur möglich, wenn der Verdächtige die Tat gesteht.

Die CDU-Fraktion im Landtag forderte Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) deswegen dazu auf, die für viele Menschen nicht nachvollziehbare Rechtslage bei der Justizministerkonferenz zum Thema zu machen. Die Ministerin sagte dazu: „Das Grundgesetz verbietet grundsätzlich, Täter wegen derselben abgeurteilten Tat erneut zu verfolgen.“ Sie könne aber nachempfinden, wenn das geltende Recht bei Angehörigen von Opfern die Grenzen des persönlich Erträglichen überschreite.

Hans von Möhlmann, Frederikes Vater, reichte beim Landgericht Lüneburg eine Zivilklage auf Schadenersatz gegen den 56-jährigen Verdächtigen ein, um auf den ungeklärten Mordfall aufmerksam zu machen. „Für mich ist es nicht zumutbar, dass er frei herumläuft“, sagte der Vater.
dpa

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