Gruseliger Tag zum Feiern

Halloween: Was Kürbisse mit Martin Luther und dem Totenreich zu tun haben

Ein Dekokürbis mit Gesicht leuchtet vor einer geschlossenen Haustür.
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Halloween, wie wir es heute kennen, ist eine Mischung verschiedener Bräuche und Traditionen.

Halloween steht vor der Tür. Kostümen wird der letzte Schliff verpasst und die Kürbisse werden vorbereitet. Wann genau Halloween gefeiert wird und woher das Fest kommt.

Hannover - Nicht ganz so frühzeitig wie die weihnachtlichen Lebkuchen landen auch jedes Jahr pünktlich zum Oktober Süßigkeiten in den Supermarkt-Regalen, die weniger besinnliche Stimmung schaffen. Fruchtgummis in Form von Vampirgebissen, süße Kugeln, die aussehen wie Augäpfel oder Kekse, die man auch den Rest des Jahres findet, auf deren Verpackung nun aber für kurze Zeit ein riesiger Kürbis prangt. Auch diejenigen, die mit diesem einen Tag im Jahr nicht so viel am Hut haben wissen dann: Halloween naht!

Bundesland:Niedersachsen
Landeshauptstadt:Hannover
Einwohnerzahl:8.003.421 (31. Dezember 2020)
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Vorweg: Nein, Halloween ist keine kleine Stadt, die in einem Film von 1993, der auf einer Tim Burton Geschichte beruht, mit einem mehrstimmigen Song von Danny Elfman besungen wird. Auch, wenn der Titel des Lieds etwas anderes behauptet. Und nein, Halloween ist auch nicht der Grund, warum seit 2018 auch in Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg der 31. Oktober ein Feiertag ist*. In diesem Jahr übrigens ein Sonntag. Toll. Aber ja: Halloween wird am gleichen Datum wie der Reformationstag gefeiert. Aber was ist Halloween eigentlich und warum wird es gefeiert?

Halloween: Wann es gefeiert wird und was der Name des Gruselfests bedeutet

Der Reformationstag ist in vielen Bundesländern schon länger ein Feiertag. Er gilt dem Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther. Der 1. November hingegen ist Feiertag in den eher katholisch geprägten Bundesländern. Und auch wenn diese christlichen Feiertage selbst wenig mit ausgehöhlten Kürbissen, Kostümpartys und gruseligen Drinks zu tun haben, so steht zumindest der Name „Halloween“ in engem Zusammenhang zu Allerheiligen.

Allerheiligen ist am 1. November. Der Tag nach Halloween. Halloween ist im Umkehrschluss am Vorabend des Allerheiligentages. Daher kommt auch der Name. Denn „Halloween“ ist nichts anderes als eine Zusammenfassung der Worte „All Hallows‘ Eve“, also der Abend vor Allerheiligen. Der 31. Oktober. Und auch Halloween selbst, so wie wir es heute kennen, ist eine Mischung verschiedener Elemente aus unterschiedlichen Bräuchen.

Seinen Ursprung hat das Fest offenbar in keltischen Bräuchen. Hinzu kamen christliche Traditionen. Über irische Einwanderer in den USA angekommen, kamen schließlich neue Elemente hinzu und langsam entstand das Fest, das wir auch heute noch feiern. Daher gelten die USA auch als Ursprungsort der heutigen Halloween-Traditionen.

Wo der tatäschliche Urpsrung des heutigen Halloween-Fests liegt, ist umstritten

Eine direkte Entwicklung aus keltischen Bräuchen hin zum heutigen Halloween lässt sich nicht feststellen. Zurückführen lässt sich aber, dass der keltische Jahreswechsel in dieser Nacht stattfand. Der 31. Oktober war somit der letzte Tag des Jahres und der 1. November markierte den Beginn des Winters. Inwieweit keltische Traditionen tatsächlich Einzug in die heutigen Halloween-Traditionen gefunden haben, ist umstritten. Neben des Jahreswechsels soll auch der Glaube geherrscht haben, dass in dieser Nacht die Toten zurückkehren, mit mal mehr, mal weniger freundlichen Absichten.

Dass die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November keltischen Bräuchen eine Verbindung zum Totenreich oder gar einem Totengott hat, wird in der Forschung mittlerweile verneint. Dieser Bezug ist vermutlich erst durch christliche Prägung hinzugekommen. Unabhängig davon, ob es solche Rituale gegeben hat oder nicht, fanden sie Einzug gefunden in unser heutiges Halloween-Fest. Oder vielmehr hat der Glaube an ihre Existenz, in Kombination mit verschiedenen Traditionen einen ganz eigenen, neuen Brauch entstehen lassen.

Das heutige, moderne Halloween ist eine Kombination verschiedener Bräuche und Erzählungen.

In die USA gelangte das Fest schließlich im 19. Jahrhundert. Irische Auswanderer brachten das Fest mit und es verbreitete sich nach und nach in den Vereinigten Staaten und Kanada. Aus Irland stammt ebenfalls die Tradition, Kürbisse mit Fratze zur Dekoration aufzustellen. Zurückzuführen ist das auf eine Erzählung über einen Mann, der den Teufel eingefangen hatte.

Er versuchte diesen zu erpressen, was am Ende seines Lebens und darüber hinaus dazu führte, dass er weder in den Himmel noch in die Hölle einziehen durfte. Damit er ein Licht habe, während er durch die Dunkelheit wanderte, schenkte der Teufel ihm allerdings eine Rübe und ein Stück Kohle. In den USA waren jedoch Kürbisse verbreiteter. Gegen böse Geister wurde schließlich noch eine Fratze in den Kürbis geschnitzt.

Halloween 2021: Rücksicht nehmen und Hygieneregeln beachten

Vom versperrten Weg in Himmel und Hölle, sind es heute eher verkleidete Kinder, die mit einer Laterne durch die Straßen ziehen und mit Streichen „drohen“, es sei denn, sie erhalten Süßigkeiten*. Erwachsene zieht es an Halloween auf entsprechende Partys, wo sie verkleidet als Gruselgestalten oder aktuelle Trends abbildend* die Nacht feiern. Nach und nach hat sich das Fest in den vergangenen Jahren auch immer weiter in Deutschland verbreitet, so dass mittlerweile auch hier Kinder um die Häuser ziehen.

Sollten die Kinder zu Halloween um die Häuser ziehen wollen, gilt es auch dann, die Hygieneregeln zu beachten und Rücksicht auf andere zu nehmen.

Anders als im vergangenen Jahr, als davor gewarnt wurde, Kinder um die Häuser ziehen zu lassen, soll diese Halloween-Tradition in diesem Jahr möglich sein. Zu bedenken gibt es dabei aber, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist. Das Klingeln an den Haustüren sollte damit nur mit Umsicht und Rücksichtnahme erfolgen. Die nötigen Hygieneregeln können auch verkleidet eingehalten werden und eine Maske sollte insbesondere in engen Treppenhäusern getragen werden.

Infektionsepidemiologen, die sich mit der Ausbreitung von Infektionskrankheiten beschäftigen, sehen das ähnlich. „Wir denken auch, dass sich die Situation in diesem Jahr anders darstellt“, schreiben Veronika Jäger und Ralf Krumkamp von der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie. Mit der Einhaltung von Hygieneregeln und der nötigen Rücksichtnahme sollten Kinder wieder „um die Häuser ziehen“ können.

Es bleibt natürlich zu bedenken, dass Kinder nicht geimpft sind und bei einer Infektion oftmals asymptomatisch bleiben.

Fachleute der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie

„Es bleibt natürlich zu bedenken, dass Kinder nicht geimpft sind und bei einer Infektion oftmals asymptomatisch bleiben“, so die Fachleute von der Arbeitsgruppe Infektionsepidemiologie der Fachgesellschaft weiter. Deshalb seien die AHA-Regeln besonders wichtig. Kinder sollten vor der Haustür bleiben und den nötigen Abstand wahren. Mit Material der dpa. * kreiszeitung.de und wa.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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