Flüchtlinge in Hotel im Harz angekommen

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Syrische Flüchtlinge gehen vom Kurhaus in Hahnenklee mit Koffern und Tüten an der Notunterkunft, dem Ramada-Hotel "Vier Jahreszeiten", vorbei.

Hahnenklee - Schwimmbad und Sauna sind geschlossen, statt zahlender Urlauber kümmern sich die Hotelmitarbeiter jetzt um Flüchtlinge:Im malerischen Hahnenklee im Harz sind 300 Asylbewerber in ein früheres 3-Sterne-Hotel gezogen. Es dient bis auf weiteres als Notunterkunft.

Bis vor kurzem urlaubten noch Wanderer oder Familien in dem Haus am See - nun entlastet das frühere Hotel das überfüllte Grenzdurchgangslager Friedland: Rund 300 Flüchtlinge sind am Montag in ein Ex-3-Sterne-Haus im Goslarer Ferienort Hahnenklee verlegt worden. Nachdem klar war, dass auch in dem kleinen Ferienort Flüchtlinge Unterschlupf finden sollen, hatten in der vergangenen Woche Unbekannte die Grundstücksmauer des Hotels mit fremdenfeindlichem Inhalt beschmiert.

Goslars Landkreissprecher Dirk Lienkamp sagte am Montag nach dem Einzug der Flüchtlinge aber: „Das verlief alles ganz ruhig, es gab keinerlei Proteste.“ Die rund 300 Menschen kamen im früheren „Ramada Vier Jahreszeiten“ unter. Das Hotel sei bis Ende 2016 komplett an das Land Niedersachsen vermietet worden, sagte die Sprecherin der H-Hotels AG, Iliane Dingel-Padberg. Für das Unternehmen seien auch wirtschaftliche Gründe für diesen Schritt mit ausschlaggebend gewesen. „Alle Hotels haben nicht mehr die Topbelegung. Und wir hatten nicht so einen wahnsinnig guten Winter“, sagte die Sprecherin. Auch in Frankfurt/Oder sei seit Montag ein ehemaliges Ramada-Hotel mit Asylbewerbern belegt.

Die Flüchtlinge in Hahnenklee im Harz werden nun zunächst rund vier Wochen in dem Hotel bleiben, bevor sie danach vom Kreis dezentral untergebracht werden sollen. „Wir sind mit eines der ersten Kettenhotels, die so etwas machen. Ähnliche Anfragen werden in den nächsten Wochen sicher auf ganz viele Kollegen zukommen“, sagte die Sprecherin. Die bisherigen Hotel-Mitarbeiter in Hahnenklee sind weiter beim Ramada angestellt. Freizeiteinrichtungen des Hotels wie etwa das Schwimmbad oder die Sauna seien aber geschlossen worden, sagte die Sprecherin. Die Flüchtlinge würden auch ihre Wäsche selbst waschen, die Zimmer seien teilweise stärker belegt worden als im früheren Hotelbetrieb. In einer ehemaligen Kaserne in Ehra-Lessien im Kreis Gifhorn kamen am Montag ebenfalls die ersten rund 200 Flüchtlinge an. Auch dieser Standort ist eine Notunterkunft, die die überfüllten Erstaufnahme-Einrichtungen entlasten soll.

Ortsbürgermeisterin Jenny Reissig aus Ehra-Lessien sagte, die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sei beeindruckend. „Das läuft wirklich klasse“, sagte sie. Der Standort im Kreis Gifhorn soll bis zu 1500 Menschen aufnehmen können, die Kaserne dort steht seit Ende 2012 leer. Ein Sprecher des Innenministeriums betonte, eine Zwangsbeschlagnahmung von Wohnraum sei nicht geplant. Es gebe keinerlei konkrete Planungen, irgendeine Liegenschaft oder irgendeine Wohnung in Niedersachsen zur Unterbringung von Flüchtlingen zwangsweise zu beschlagnahmen. Das Ministerium habe aber die Voraussetzungen für solche Schritte geprüft, um im Zweifel handlungsfähig zu sein.
dpa

Update: Vertrag über Hotel-Belegung mit Flüchtlingen rechtswidrig

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