Mit Schnürsenkel gewürgt

Haftbefehl gegen Schüler nach Lehrer-Attacke aufgehoben

Hannover - Der 16-Jährige aus Bad Pyrmont, der seinen Lehrer mit einem Schnürsenkel gewürgt haben soll, ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Wie das Landgericht Hannover am Dienstag mitteilte, sieht die 2. große Jugendkammer keine dringende Wahrscheinlichkeit eines versuchten Tötungsdelikts mehr. Dies hätten die Zeugenbefragungen zum Tathergang ergeben. Der dringende Verdacht einer gefährlichen Körperverletzung bleibt aber bestehen. Angesichts des jugendlichen Alters und der bisherigen mehrmonatigen Inhaftierung rechtfertige dieser Verdacht aber keine weitere Untersuchungshaft, argumentierten die Richter und hoben den Haftbefehl vom 21. Mai 2015 auf.

Laut Anklage soll der damals 14-Jährige im September 2014 den Lehrer erst an der Hand verletzt und dann mit einem Schnürsenkel gewürgt haben. Die Attacke ereignete sich während einer Klassenfahrt in der Jugendherberge Goslar. Der Jugendliche war nach der Tat von seinem Gymnasium geflogen. Als er die Anklage erhielt, floh er nach Russland. Dort wurde der junge Deutsch-Russe festgenommen und verbrachte einige Zeit in Auslieferungshaft. Seit Anfang des Jahres saß er in der Jugendanstalt Hameln. Der Prozess ist nicht öffentlich. Das Urteil wird nach bisheriger Planung am 18. Mai gesprochen (Az: 34 KLs 12/14).

dpa

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