Kein Gewinn unterm Strich

Häftlinge erwirtschaften Millionenumsatz mit Gefängnisarbeit

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Viele Gefangene in Niedersachsen arbeiten während ihrer Zeit im Gefängnis und erwirtschaften so Millionenumsatz.

Hannover - Sie stellen Roben für Richter her, Grills oder "Jailhouse Jam": Viele Gefangene in Niedersachsen arbeiten während ihrer Zeit im Gefängnis. Mörder, Vergewaltiger und Diebe erwirtschaften Millionenumsätze. Gewinne macht das Land damit unter dem Strich aber trotzdem nicht.

Mit ihrer Arbeit hinter Gittern haben Häftlinge in Niedersachsen im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 20 Millionen Euro erwirtschaftet. Davon wurden ihnen rund 5 Millionen Euro als Lohn ausgezahlt, teilte das Justizministerium in Hannover mit. Die übrige Summe nutzte das Land dazu, die Kosten des Justizvollzugs teilweise abzudecken. Gewinne werden mit der Gefangenenarbeit nicht erzielt.

Rund zwei Drittel der Häftlinge gingen im vergangenen Jahr einer Arbeit im Gefängnis nach, grundsätzlich besteht eine Arbeitspflicht für Strafgefangene. Im Jugendvollzug, auch aber für Erwachsene gibt es parallel Aus- und Weiterbildungsangebote.

Etwa die Hälfte des Umsatzes wird in Niedersachsen mit Eigenbetrieben wie Tischlereien, Schlossereien, Schneidereien und Bäckereien erzielt. Außerdem erledigen Häftlinge Hilfstätigkeiten in den Gefängnissen selber oder wickeln Lohnauftragsarbeiten in den Bereichen Sortieren, Konfektionieren, Fertigung und Montage ab. Ungewöhnliche Arbeitsfelder sind eher nicht darunter, weil sie auch für die Beschäftigung nach der Entlassung nur geringe Chancen bieten.

Vertrieb zum Teil übers Internet

Ein Teil der in den niedersächsischen Gefängnissen hergestellten Produkte wird im Internet vertrieben (www.jva-shop.de) - etwa Roben für Richter (205 Euro), massive Edelstahlgrills (395 Euro) oder die Mango-Sanddorn-Marmelade "Jailhouse Jam" (3,90 Euro).

In Bremen wurde Häftlingen im vergangenen Jahr rund 667.000 Euro an Lohn ausgezahlt. Der Stundenlohn bewegt sich je nach Vergütungsstufe zwischen 1,45 bis 2,42 Euro. Auch wenn Häftlinge das erarbeitete Geld eisern sparen, haben sie bei der Haftentlassung oft nichts davon.

Auf viele wartet die Begleichung von Gerichts- und anderen Kosten, die bei ihrer Verurteilung entstanden sind. Die Beschäftigungsquote im Bremer Strafvollzug lag im vergangenen Jahr bei knapp 60 Prozent.

dpa

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