Kein generelles Verbot

Grüne wollen Luftballons aus Niedersachsens Himmel verbannen

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Herabgefallene Luftballonreste seien eine Gefahr für Tiere, sagen Niedersachsens Grüne. Sie fordern ein Verbot.

Die Grünen in Niedersachsen fordern ein Verbot für das Steigenlassen von Luftballons, da diese meist in der Natur landeten. Tiere fräßen die „weichen Ballonreste und verhungern dann mit vollem Magen“, sagte die Landeschefin der Grünen, Anne Kura, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

Kura: „Fordern kein generelles Luftballonverbot“

Update, 12. September:  Niedersachsens Grünen-Chefin Anne Kura hat klargestellt, dass sie kein grundsätzliches Verbot von Luftballons verlangt. „Wir fordern kein generelles Luftballonverbot. Luftballons auf Kindergeburtstagen im Wohnzimmer sind völlig okay und machen Spaß“, sagte Kura am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. 

„Mir geht es tatsächlich darum, dass, wenn man gasgefüllte Luftballons steigen lässt, die auf jeden Fall in der Natur landen und dann von Vögeln gefressen werden, die daran qualvoll verenden“, so die Grünen-Chefin.

Ballonverbot in Gütersloh als Vorbild

Osnabrück - Auch Ballons aus Naturlatex seien daher keine echte Alternative. Der NOZ zufolge reagiert Kura damit auf einen Beschluss der Stadt Gütersloh im benachbarten Nordrhein-Westfalen. Dort war das Verbot Anfang September beschlossen worden, „Um ein Zeichen zu setzen und mit gutem Beispiel voranzugehen„, heißt es in einer Beschlussvorlage.

Aus Umweltschutzgründen soll bei Veranstaltungen der Stadt Gütersloh auf fliegende, mit Gas gefüllte Ballons verzichtet werden, wie der Umweltausschuss der Stadt am Montag mit den Stimmen aller Fraktionen beschlossen hatte. 

Umweltministerium in Niedersachsen lehnt Ballonverbot ab

Betroffen sind alle städtischen Veranstaltungen und somit auch Kindergärten und Schulen. „Auf der einen Seite steht das kurze schöne Bild von bunten Ballons in der Luft, auf der anderen das von verendeten Vögeln“, sagte Grünen-Chefin Kura der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ zu dem Verbot.

Das niedersächsische Umweltministerium lehnte die Forderung nach einem Verbot ab. „In den Himmel steigende Luftballons haben die Menschen schon immer mit Träumen und Hoffnungen verbunden“, sagte ein Sprecher von Landesumweltminister Olaf Lies (SPD) der NOZ. „Ein Ballonverbot rettet die Welt ganz bestimmt nicht.“

FDP: „Verbotswahn“ und „Öko-Radikalisierung“

Der FDP-Fraktionsvize im Bundestag, Michael Theurer, sprach hingegen von einem„Verbotswahn“ der Grünen und einer „Öko-Radikalisierung“ der Partei. 

„Wenn der Staat so dirigistisch, so autoritär, vor allen Dingen auch so kleinteilig in die individuellen Lebensentwürfe der Menschen eingreift, braucht man sich am Ende nicht wundern, wenn man in einer Ökodiktatur aufwacht“, sagte Theurer. 

Kura sucht nach Alternativen für Luftballons

Die CDU Niedersachsen schrieb auf Twitter über die Grünen als Partei, die „allen Kindern im Land ihre Ballons wegnahm“. Der Braunschweiger CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller nannte die Forderung, das Aufsteigen von Luftballons zu verbieten, „ein neues Kapitel im Buch der grünen Verbotspolitik“. Er verwies zudem auf den Online-Shop der Grünen: „Für 15 Cent das Stück sind hier nach wie vor grüne Luftballons bestellbar“, sagte Müller. 

Grünen-Landeschefin Kura sagte, der niedersächsische Landesverband habe sich darauf verständigt, bei eigenen Veranstaltungen keine Ballons mehr steigen zu lassen: „Ich persönlich werde keine Luftballons mehr steigen lassen und wir sind bemüht, uns alternative Möglichkeiten zu überlegen für den Straßenwahlkampf.“

dpa

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