Mutter soll Sohn misshandelt haben

Grüne hinterfragen Rolle des Jugendamts bei Misshandlungs-Fall in Emsbüren

Hannover - Der Fall des Jungen aus dem Emsland, der jahrelang von seiner Mutter misshandelt worden sein soll, beschäftigt jetzt die Politik.

Die Grünen im Landtag wollen mit einer Anfrage an die Landesregierung nachhaken, welche Rolle das Jugendamt gespielt hat. Hier sei eine Reihe von Fragen offen, sagte die Grünen-Fraktionschefin Anja Piel am Donnerstag. „Gab es unangemeldete Besuche bei der Familie? Wurde das Zimmer des Jungen angeschaut, wurde mit dem Jungen gesprochen?“ Wenn es einen toten Winkel bei der Beurteilung durch das Jugendamt gegeben habe, erfordere dies eine Reaktion der Politik. 

Der Prozess gegen die 37 Jahre alte Mutter des Jungen soll im kommenden Jahr vor dem Landgericht Osnabrück beginnen. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau unter anderem Misshandlung von Schutzbefohlenen und Freiheitsberaubung vor. 

Der Junge soll zwischen 2015 und 2017 im Haus der Familie in Emsbüren geschlagen, gedemütigt und eingesperrt worden sein. Demnach musste er sich nach der Schule ausziehen und in Müllsäcke hüllen. Der Stiefvater ist mit angeklagt, weil er nicht eingeschritten sein soll. 

Beim Jugendamt sah man keine Anzeichen für Probleme

Nach Auskunft des Landkreises hatte es 2015 einen anonymen Hinweis an das betroffene Jugendamt auf Verdacht einer möglichen Kindeswohlgefährdung gegeben. Das Amt sah aber keine Anzeichen für Misshandlungen. 

Auch bei zwei mehrwöchigen stationären Aufenthalten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie wurde den Angaben zufolge über einen guten Allgemein-, Ernährungs- und Pflegezustand des Jungen sowie eine elterliche Überfürsorge berichtet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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