Feuer zerstört Wiesenhof-Betrieb

„Ein großer Schock“

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Nach dem Brand bei Wiesenhof in Lohne ziehen Bagger Stahlteile aus den Produktionshallen.

Lohne - Von Vera Jansen und Annett Stein. Der Geflügelproduzent Wiesenhof in Lohne liegt in Schutt und Asche. Der Großbrand ist Tagesthema, am Tag danach bleiben viele Fragen offen. Wie geht es weiter mit dem Schlachtbetrieb.

Einen Tag nach dem Großbrand beim Geflügelproduzenten Wiesenhof in Lohne qualmt es noch immer. Ein beißender Geruch liegt über dem Firmengelände, von der Hitze verbogene Stahlträger ragen in den Himmel. Bagger ziehen Teile der zusammengebrochenen Blechverkleidungen auseinander. Der Mitteltrakt der beiden miteinander verbundenen Hallen besteht nur noch aus Trümmern: Er ist zusammengebrochen.

An vielen der Häuser nahe des umzäunten Geländes bleiben die Rollläden am Tag nach dem Brand unten, Fetzen von Verbranntem liegen in Vorgärten. Immer wieder kommen Schaulustige. „Wahnsinn“, sagt ein Lohner, der durch den Zaun auf den dunklen, stinkenden Schlund einer verkohlten Halle blickt. „Wie schlimm für die vielen Leute, die da sonst arbeiten“, sagt seine Frau. Auch vom nahen Supermarktparkplatz gehen die Blicke immer wieder zu den Hallen des Geflügelproduzenten, der Brand ist Tagesthema im Ort, in dem Wiesenhof zu den größten Arbeitgebern zählt.

„Das ist ein großer Schock für die Stadt Lohne“, sagt Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer (CDU). Er saß beim österlichen Mittagessen, als die Sirenen heulten. Dann zog dichter Qualm durch die Stadt. „Ich wusste sofort, dass etwas Größeres passiert ist.“ Die beste Nachricht sei, das niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist, sagt Gerdesmeyer. „Ich bin vor Ort gewesen, habe auch die Verpuffungen gehört und Angst um die Feuerwehrkräfte gehabt.“ Die Wehren seien aus der ganzen Region zusammengeholt worden, fast alle seien freiwillige Feuerwehrkräfte. Sie alle hätten eine tolle Arbeit geleistet.

„Wir hatten Glück“, sagt Hubert Schulting, der in einer großen Wohnsiedlung südöstlich der Wiesenhof-Hallen wohnt. Die Qualmwolke wurde vom Wind in eine andere Richtung getrieben. Schulting hatte der Schreck am Montagmittag getroffen: Beim Blick aus dem Küchenfenster sah er nur wenige Hundert Meter entfernt dicke, schwarze Wolken über die Dächer ziehen. „Die Regenwolken haben sie wie ein Deckel unten gehalten.“ Vier Explosionen will er gehört haben - „Gasflaschen vielleicht“ - und dann über Stunden immer neue Feuerwehrsirenen.

Nach Angaben von Wiesenhof arbeiten 1200 Mitarbeiter beim Geflügelspezialisten. Auf unabsehbare Zeit werden dort keine Hähnchen mehr geschlachtet werden können. Schlachtreife Tiere werden zu anderen Standorten gebracht. Bürgermeister Gerdesmeyer geht davon aus, dass der Schlachthof wieder errichtet wird. Nach verschiedenen Einträgen in sozialen Netzwerken ist ihm eines ganz wichtig: „Häme oder Schadenfreude ist hier fehl am Platze.“

Großfeuer bei Wiesenhof

dpa

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