Vier Todesfälle zwischen Harz und Nordsee

Grippewelle rollt - fast 700 Neuerkrankungen in einer Woche

Hannover - Derzeit stecken sich immer mehr Menschen mit Influenza an. Die Behörden registrierten seit Beginn der Grippesaison vier Todesfälle zwischen Harz und Nordsee. Die Situation ähnele aber den Vorjahren, erklärte das Landesgesundheitsamt in Hannover.

Seit Beginn der Grippe-Saison in Niedersachsen sind bereits vier an Influenza erkrankte Menschen gestorben. Häufig führe die Grippe nicht unmittelbar zum Tode, sondern in Verbindung mit anderen Grunderkrankungen, sagte Dagmar Ziehm, Sprecherin des Landesgesundheitsamtes in Hannover am Dienstag. Zwei der Todesopfer waren über 75 Jahre alt. Bei den anderen beiden handelte es sich um eine junge Frau und ein Kleinkind, bei denen keine Vorerkrankungen bekannt waren. Im gesamten Winter 2016/2017 waren in Niedersachsen 35 Grippe-Todesfälle gemeldet worden.

Die Grippewelle insgesamt sei ähnlich ausgeprägt wie in den Jahren zuvor, sagte Ziehm. In der vergangenen Woche registrierte die Behörde landesweit 681 neue Influenzafälle, die von Laboren bestätigt wurden. Dies war die größte Zahl innerhalb einer Woche seit dem Start der Grippesaison Anfang Oktober. Insgesamt wurden in dieser Saison bisher 1535 Influenzafälle von den Arztpraxen übermittelt. Erfahrungsgemäß erreicht die Welle der Sprecherin zufolge im Februar ihren Höhepunkt.

Wann spricht man von einer Grippewelle? 

Von einer Grippewelle ist die Rede, wenn der Erreger in mehr als 20 Prozent der übermittelten Proben zu finden ist. In der vergangenen Woche lag die Rate bei 38 Prozent. Der Influenzatyp B komme in dieser Saison besonders häufig vor, sagte Ziehm. Im vergangenen Jahr dominierte nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) Typ A, der häufig zu mehr Todesfällen bei Grippewellen führt. Typ-B-Viren gelten deshalb aber nicht als harmlos. In einer schweren Grippesaison kann die Zahl der Todesfälle bundesweit bei über 20.000 liegen.

Für die Influenza ist ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit hohem Fieber, Erschöpfung, Husten und starken Gliederschmerzen typisch. Gefährlich wird eine Infektion vor allem für alte und chronisch kranke Menschen. Sie sollten sich daher schon im Herbst impfen lassen. Meist endet die Grippesaison im März.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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