450 Fälle Ende Januar

Grippewelle in Niedersachsen erreicht Höchststand

Hannover - Ärzte empfehlen Menschen mit geschwächten Abwehrkräften eine Grippe-Impfung. Ob sie hilft, hängt vom Wirkstoff ab. Das Landesgesundheitsamt in Niedersachsen geht davon aus, dass viele Geimpfte derzeit nicht ausreichend geschützt sind.

Die Zahl der Grippeerkrankungen in Niedersachsen hat einen Höchststand erreicht. Ende Januar registrierte das Landesgesundheitsamt 450 Fälle. „Seit Beginn der Grippewelle im Januar ist das der höchste Stand“, sagte Sprecher Holger Scharlach der Deutschen Presse-Agentur. Da nicht alle Influenza-Erkrankungen im Labor nachgewiesen und gemeldet werden, geht die Behörde davon aus, dass weit mehr Menschen von einer Virusgrippe betroffen sind. Im Vergleich mit dem Vorjahr gibt es Scharlach zufolge keinen Höchststand. Es sei üblich, dass die Zahlen schwanken. Das Landesgesundheitsamt informiert derzeit jeden Dienstag über den aktuellen Stand an Grippe-Infektionen.

Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen

Die Influenza ist eine Erkrankung der oberen und unteren Atemwege, die durch eine Infektion mit Influenzaviren ausgelöst wird. Betroffene leiden unter plötzlichem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Sie dauert in der Regel mindestens mehrere Tage. Die Grippesaison endet meist im März. Für Risikogruppen wie Schwangere, chronisch Kranke und ältere Menschen wird eine Impfung jeweils im Herbst empfohlen. „Da die Influenzaviren von Jahr zu Jahr variieren, muss der Impfschutz regelmäßig erneuert werden“, schreibt das Landesgesundheitsamt.

Sprecher Scharlach zufolge dominiert in diesem Jahr der Influenza-B-Typ. Ob geimpfte Menschen ausreichend vor einer Grippe-Erkrankung geschützt sind, hängt ihm zufolge mit der Art der Impfung zusammen. „Der Dreifachimpfstoff hilft gegen den vorkommenden Influenza-A-Typ, aber gegen den Influenza-B-Typ nicht gut“, so Scharlach. „Wir gehen davon aus, dass die meisten Menschen, die im Herbst geimpft wurden, den Dreifachimpfstoff bekommen haben.“ Ihm zufolge hat das Robert Koch-Institut erst kürzlich den Vierfachimpfstoff für Risikogruppen empfohlen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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