8000 Tonnen Öl verschmutzen jährlich die Nordsee

Vor 20 Jahren machten Aktivisten der Umweltschutzorganisation Furore, als sie die zur Versenkung bestimmte Shell-Ölplattform „Brent Spar“ besetzten. Jetzt beschreibt Greenpeace in einem Bericht, wie es um die Auswirkungen der Ölförderung in der Nordsee steht.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace stellt am Dienstag in Hamburg einen Bericht zu den Auswirkungen der Öl- und Gasindustrie in der Nordsee vor. Es sei die größte Industrieregion Europas. Durch den Förderbetrieb würden jährlich mehr als 8000 Tonnen Öl das Meer verdrecken.

Zudem sei die Nordsee voller Förderplattformen, hieß es. Rund 500 Plattformen müssten in den nächsten 30 Jahren abgebaut werden. Die Zerlegung müsse an Land geschehen. Das sei nach der Greenpeace-Kampagne gegen die Versenkung der Ölplattform „Brent Spar“vor 20 Jahren vorgeschrieben.

Am 30. April 1995 besetzten Greenpeace-Aktivisten 190 Kilometer nordöstlich der Shetland-Inseln die „Brent Spar“. Der niederländisch-britische Mineralölkonzern Shell wollte den 14 500 Tonnen schweren und 141 Meter hohen Stahlkoloss in 2000 Meter Tiefe im Nordostatlantik versenken. Über Wochen lieferten sich Shell und Greenpeace ein Kräftemessen. Autofahrer boykottierten Shell-Tankstellen, es gab Bombendrohungen und Anschläge.

Einen Tag vor der geplanten Versenkung, am 20. Juni 1995, gab Shell nach. Die Plattform wurde in Norwegen zerlegt. 1998 wurde ein generelles Versenkungsverbot für die etwa 500 Plattformen im Nordost-Atlantik verkündet.

Die Ölfelder in der Nordsee erschöpfen sich zunehmend. Zu den besten Zeiten, Ende der 90er Jahre, wurden mehr als 250 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr in der Nordsee gefördert. Danach ging die Produktion immer schneller zurück. Mittlerweile ist die Förderung nicht einmal mehr halb so hoch wie vor 20 Jahren.

Rubriklistenbild: © dpa-mm

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