Göttinger Friedenspreis für mutiges Ehepaar und Theatergruppe

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Das Künstler-Ehepaar Birgit und Horst Lohmeyer erhält in Göttingen den Göttinger Friedenspreis 2016.

Göttingen - Die Göttinger Auszeichnung für besondere Verdienste um den Frieden wird in diesem Jahr geteilt: Die Eheleute Lohmeyer erhalten sie für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus, das „Boat People Projekt“ für Theaterproduktionen mit Flüchtlingen.

Die Theatergruppe „Boat People Projekt“ und das Ehepaar Lohmeyer aus Jamel bei Wismar haben den Göttinger Friedenspreis 2016 erhalten. Wie die Stiftung Dr. Roland Röhl am Samstag mitteilte, wurden Birgit und Horst Lohmeyer für ihren unerschrockenen Einsatz im Kampf gegen Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern geehrt.

Die Eheleute veranstalten seit 2007 ein jährliches Open-Air-Rockfestival gegen Rechtsextremismus in ihrem kleinen Ort Jamel, den Neonazis als „nationalsozialistisches Musterdorf“ besiedelt haben. Die freie Göttinger Theatergruppe „Boat People Projekt“ wurde dafür ausgezeichnet, dass sie regelmäßig Flüchtlinge in ihre Produktionen und Aufführungen einbindet.

Der mit 3000 Euro dotierte Preis wird an Menschen verliehen, die sich mit wissenschaftlicher Arbeit oder herausragendem praktischen Einsatz um den Frieden verdient gemacht haben. Er erinnert an den 1997 gestorbenen Wissenschaftsjournalisten Roland Röhl, der sich vor allem mit Sicherheitspolitik sowie Konflikt- und Friedensforschung befasst hat. In seinem Testament hatte Röhl verfügt, dass sein Nachlass für die Bildung eines Stiftungsvermögen verwendet wird. Frühere Preisträger sind unter anderem der 2015 gestorbene SPD-Politiker Egon Bahr sowie der Schweizer Theologe Hans Küng.

Birgit Lohmeyer sagte in ihrer Dankesrede, der Friedenspreis stärke sie, ihren Mann und die vielen Helfer und Helferinnen in ihrer weiteren Arbeit. Ihr Mann hatte aus Krankheitsgründen nicht mit zur Preisverleihung kommen können. Die Lohmeyers, die 2004 aus Hamburg nach Jamel zogen, wurden nach Stiftungsangaben wegen ihres Engagements immer wieder bedroht. Im August brannte die Scheune ihres Forsthofes nieder, die Polizei geht von einer rechtsextremistisch motivierten Brandstiftung aus.

Das „Boat People Projekt“ arbeitet seit Jahren mit wechselnden Ensembles zu den Themen Flucht und Migration, Heimat, Identität, Religionszugehörigkeit oder Ausgrenzung. Regisseurin Nina de la Chevallarie sagte, die Auszeichnung sei „ein wichtiger Impuls für die weitere gemeinsame künstlerische Auseinandersetzung mit Geflüchteten, mit Künstlerinnen und Künstlern ganz verschiedener Nationalitäten“.

dpa

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