Schrott-Mafia soll im großen Stil betrogen haben

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Symbolbild

Göttingen - Wertvolle Rohstoffe, manipulierte Container, falsches Wiegen - die Staatsanwaltschaft Göttingen hat eine Gruppe mutmaßlicher Schrott-Betrüger ausgehoben.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen ist der Schrott-Mafia auf der Spur. Seine Behörde ermittele gegen fünf Männer und zwei Frauen aus dem Landkreis Harburg, sagte Sprecher Andreas Buick am Montag. Der Vorwurf laute auf gewerbsmäßigen Betrug im besonders schweren Fall. Die Verdächtigen sollen über Jahre hinweg bei Auftraggebern mehr Schrott abtransportiert haben, als sie abrechneten. Basis dafür seien Manipulationen beim Wiegen des Schrottes gewesen, sagte Buick.

Der Schaden liege möglicherweise in Millionenhöhe. Die Polizei habe in mehreren Orten im Landkreis Harburg Wohnungen, Büros, Firmengrundstücke und Baustellen durchsucht, sagte Buick. Weitere Durchsuchungen gab es nach Angaben aus Ermittlerkreisen auch in Südniedersachsen und Nordhessen. Dabei wurden große Mengen an Beweismaterial sichergestellt, darunter sogenannte Wiegenoten und ein speziell präparierter Container. Die Verdächtigen sollen laut Staatsanwaltschaft über einen längeren Zeitraum auf Großbaustellen unter anderem im Landkreis Northeim und in Hedemünden (Kreis Göttingen) in betrügerischer Absicht Metallschrott aufgekauft, abtransportiert und dann an Altmetallhändler weiterverkauft haben.

Die Grundlage der Betrügereien sei ein präparierter Lkw-Container gewesen, dessen Gewicht mit einer 1,5 Tonnen schweren Metallplatte manipuliert war, sagte Oberstaatsanwalt Buick. Lkw und Container seien bei den Auftraggebern zunächst ohne und dann mit Schrottladung gewogen worden, sagte Buick. Das auf diese Weise ermittelte Gewicht des Schrottes sei die Basis für die Abrechnung zwischen Auftraggeber und Verdächtigen gewesen. Bei allen weiteren Fahrten sollen die mutmaßlichen Schrott-Gauner dann für den Abtransport ganz normale, also um 1,5 Tonnen leichtere Container verwendet haben. Da Lkw und Container in leerem Zustand nicht mehr gewogen wurden, konnten die Verdächtigen pro Fuhre jeweils 1,5 Tonnen Schrott zusätzlich laden und abfahren, ohne dass dies beim Wiegen vor der Abfahrt auffiel.

Den Verkaufserlös für diese „Zusatzladungen“ hätten die Verdächtigen für sich behalten. Die Staatsanwaltschaft sei derzeit noch dabei zu ermitteln, wie viele solche Fahrten es gab, sagte Buick. Dazu müssten unter anderem die zahlreichen Wiegenoten ausgewertet werden, die bei Auftraggebern und Abnehmern des Schrottes sichergestellt wurden. Erst dann lasse sich der Gesamtschaden zuverlässig beziffern. Er gehe derzeit aber von einer sehr hohen Summe aus. Der Handel bezahlt für Schrott - je nach Art des Metalls - drei- bis vierstellige Euro-Beträge pro Tonne.
dpa

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