Organspende-Prozess: Staatsanwaltschaft begründet Revision

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Der angeklagte Arzt Aiman O. steht vor den Plädoyers der Staatsanwaltschaft im Skandal um Spender-Organe an der Universitätsmedizin (UMG) in Göttingen (Niedersachsen) mit seinen Verteidigern Ulf Haumann (v.l.), Jürgen Hoppe und Steffen Stern im Landgericht. Die Staatsanwaltschaft strebt eine Neuauflage des Prozesses um den Transplantations-Skandal in der Göttinger Unimedizin an.

Göttingen - Die Staatsanwaltschaft Braunschweig strebt eine Neuauflage des Prozesses um den Transplantations-Skandal in der Göttinger Universitätsmedizin an.

Für den Antrag auf Revision beim Bundesgerichtshof sei jetzt die Begründung vorgelegt worden, sagte Sprecherin Birgit Seel am Montag. In dem rund 30 Seiten starken Schreiben an den Bundesgerichtshof (BGH) habe die Staatsanwaltschaft dargelegt, warum die rechtliche Bewertung der festgestellten Tatbestände ihrer Ansicht nach fehlerhaft ist, sagte Seel.

Das Landgericht Göttingen hatte dem früheren Leiter der Göttinger Transplantationsmedizin im Mai dieses Jahres zwar bescheinigt, er habe verwerfliche Manipulationen medizinischer Daten vorgenommen, um eine schnellere Zuteilung von Organen für seine Patienten zu bewirken. Wegen der damaligen Rechtslage sahen die Richter aber keine Strafbarkeit.

Die Staatsanwaltschaft dagegen hatte acht Jahre Haft und ein Berufsverbot gefordert. Sie sieht im Verhalten des Arztes versuchten Totschlag, weil andere schwer kranke Patienten durch die Manipulationen auf der Warteliste nach hinten gerutscht seien und deshalb möglicherweise kein lebensrettendes Organ bekommen hätten. "Das Thema muss jetzt ein für alle Mal obergerichtlich geklärt werden", sagte Seel.

Wegen der langen Prozessdauer von fast zwei Jahren hatte das Landgericht das mehrere hundert Seiten starke schriftliche Urteil erst vier Monate nach der mündlichen Urteilsverkündung vorgelegt. Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb ebenfalls entsprechend mehr Zeit, um ihre Revision zu begründen.

Die im Jahr 2012 bekanntgewordene Göttinger Affäre hatte dazu beigetragen, dass die Zahl der Spenderorgane in Deutschland zurückging. dpa

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