Festnahme in Göttinger Wohnblock

Flüchtiger Straftäter gefasst

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Fahnder nehmen den geflohenen Straftäter in Göttingen wieder fest.

Göttingen - Fahnder haben einen aus der Sicherungsverwahrung geflohenen Straftäter gefasst. Sie nahmen den 49-Jährigen am Dienstag in einem Wohnblock in Göttingen fest. Der Mann habe keinen Widerstand geleistet, teilte die Polizei mit. 

Der als gefährlich eingestufte Mann war am Montag während eines begleiteten Freigangs in Duderstadt geflohen. Ein anderer Straftäter war ebenfalls am Montag in Winsen (Kreis Harburg) beim Besuch eines Facharztes entwischt. Die Polizei stellte ihn kurze Zeit später. Der 49-Jährige hatte am Montag seinen Vater in Duderstadt besucht - und diese Gelegenheit genutzt, um vor seinen beiden Aufpassern zu fliehen. 

Seit 2011 saß er in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf nach Angaben von Leiterin Christine Weichert-Pleuger in Sicherungsverwahrung. Zuletzt hatte er eine vierjährige Haftstrafe unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung abgesessen. Er hatte betrunken bei einer Schlägerei im Wirtshaus einen anderen mit einem Barhocker niedergeschlagen und erheblich verletzt.

Gutachter bescheinigen erhebliche Gefahr

Weil Gutachter und Richter davon überzeugt sind, dass von dem Mann weiterhin eine erhebliche Gefahr ausgeht, wenn er betrunken mit anderen Menschen in Streit gerät, befindet sich der 49-Jährige in Sicherungsverwahrung, wie Weichert-Pleuger sagte. 

Eine Sicherungsverwahrung soll die Allgemeinheit vor Tätern schützen, die ihre Strafe verbüßt haben, aber als gefährlich gelten. Dass zwei Straftäter an selbem Tag in Niedersachsen bei einem Ausgang geflohen sind, bezeichnet das Justizministerium als Zufall. Dies komme sehr selten vor, sagte Sprecherin Marika Tödt. 

„Ein Sicherungsverwahrter hat einen gesetzlichen Anspruch auf Ausführungen.“ Aus diesem Grund gebe es viele dieser Ausgänge. Allein in 2016 habe es knapp 18.000 Ausführungen von Häftlingen und Sicherungsverwahrten gegeben, dabei sei lediglich einer entwichen. 

Regeln wurden verschärft

Niedersachsen hatte im April 2015 nach zwei Zwischenfällen die Regeln für Sicherungsverwahrte verschärft. Im Mai 2015 war ein Mann bei einem Freigang nicht in die JVA Lingen zurückgekehrt und hatte eine 13-Jährige missbraucht. Fünf Monate später gelang einem Sicherungsverwahrten beim Volksfest zum Tag der Deutschen Einheit in Hannover die Flucht.

dpa

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