Länder lockern Vorschriften

Gewerkschaft: Polizisten-Tattoos sind kein großes Thema

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Andreas Fengler war bei der Polizei und hat anschließend ein Tattoo-Studio eröffnet.

Hannover - Die Lockerung der Tattoo-Vorschriften für Polizisten hat für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen keine oberste Priorität.

„Uns geht es vielmehr darum, die Attraktivität des Polizeiberufs zu verbessern und für gute Arbeitsbedingungen sowie für notwendige Investitionen und Perspektiven zu sorgen“, sagte GdP-Sprecherin Angela Hübsch in Hannover. 

Derzeit sind in Niedersachsen keine im kurzärmeligen Diensthemd sichtbaren Tätowierungen erlaubt, Abweichungen davon können allerdings laut Innenministerium mit dem jeweiligen Vorgesetzten abgesprochen werden. 

Mehrere Länder haben vor kurzem ihre Vorschriften gelockert - so sind etwa in Berlin oder Baden-Württemberg bei Polizisten mittlerweile auch Tätowierungen auf den Unterarmen möglich. Allerdings dürfen diese nicht gewaltverherrlichend, sexistisch oder verfassungsfeindlich sein. 

Niedersachsen prüft Vorschriften zu Aussehen von Beamten

In Niedersachsen wird dem Ministerium zufolge derzeit geprüft, ob eine neue Verwaltungsvorschrift zum äußeren Erscheinungsbild von Polizeibeamten notwendig wird. „Es wäre gut, wenn es eine gesetzliche Regelung gibt“, sagte Andreas Fengler, der sich 2014 nach über 20 Jahren bei der Polizei als Tätowierer selbstständig gemacht hat. 

Die FDP-Landtagsfraktion hatte vor kurzem eine Kleine Anfrage zum Thema Tätowierungen und Polizei an die Landesregierung gestellt. Die Liberalen setzen sich für eine Lockerung der niedersächsischen Vorschriften ein. 

„Ob ein Polizist gute Arbeit macht oder nicht, hängt nicht davon ab, ob er tätowiert ist“, sagte der innenpolitische Sprecher der FDP, Jan-Christoph Oetjen, am Dienstag. „Deshalb fordern wir die Landesregierung auf, die Tattoo-Vorschriften für Polizisten auch in Niedersachsen entsprechend zu ändern.“ - dpa

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