Nach Nikab-Verbot in Osnabrück

GEW: Vollverschleierte Mädchen nicht vom Unterricht ausschließen

Berlin/Osnabrück - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt davor, vollverschleierten Mädchen und Frauen den Zugang zum Schulunterricht zu erschweren.

„Ein Verbot der Vollverschleierung ist der vollkommen falsche Weg. Wir dürfen Frauen nicht nur deswegen von Bildung ausschließen, weil sie Burka oder Nikab tragen“, sagte Ilka Hoffmann vom GEW-Hauptvorstand der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag). 

Schule sei für vollverschleierte Mädchen aus strengkonservativen islamischen Haushalten oft die einzige Möglichkeit, Kontakt zu Gleichaltrigen aufzunehmen. „Im Unterricht kann sich das Selbstbewusstsein herausbilden, das nötig ist, um entgegen der Familientradition den Schleier abzunehmen“, sagte Hoffmann. 

„Einen solchen Transformationsprozess müssen wir fördern, nicht behindern.“ Anders sei es bei Lehrkräften, die vollverschleiert unterrichten wollen. „Lehrerinnen haben Vorbildfunktion und repräsentieren den Staat. Eine Burka oder ein Nikab geht da nicht“, sagte Hoffmann, die bei der GEW für das Segment Schule zuständig ist. 

Nach dem Willen der Unions-Innenminister sollen sich muslimische Frauen in deutschen Gerichten, Ämtern, Schulen oder im Straßenverkehr nicht mehr voll verschleiern dürfen. Am Montag hatte das Verwaltungsgericht Osnabrück ein Nikab-Verbot für eine 18 Jahre alte muslimische Schülerin an einer Abendschule bestätigt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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