Geständnis im Axtmord-Prozess

Braunschweig - Eine Frau wird mit einer Axt erschlagen. Was hat den Täter dazu gebracht? Die Staatsanwaltschaft geht beim angeklagten Nachbarn von Wahnvorstellungen aus.

Ein vermutlich psychisch kranker Mann hat vor dem Landgericht Braunschweig den Axtmord an seiner Nachbarin gestanden. Er gab zum Prozessauftakt am Freitag zu, sich von hinten an sie herangeschlichen und ihr vor der Braunschweiger Wohnung mit der stumpfen Seite mehrmals auf den Kopf geschlagen zu haben. Die Ausführungen von Oberstaatsanwältin Kirsten Böök bestätigte der 66-Jährige mit einem knappen „Ja“. Böök geht davon aus, dass der Mann unter einer „anhaltenden wahnhaften Störung“ leidet und nicht schuldfähig ist. Es geht vor Gericht nicht um eine Strafe, sondern um die Unterbringung in einer Psychiatrie.

Der 66-Jährige war nach eigenen Angaben wenige Wochen vor der Tat bereits in einer solchen Klinik gewesen. Er hatte laut Anklage geglaubt, seine 61-jährige Nachbarin würde ihn bespitzeln, bei der Polizei anzeigen und Unwahrheiten über ihn verbreiten, beispielsweise dass er Aids habe und ein Pferdemörder sei. Bei der polizeilichen Vernehmung nach der Tat hatte er gesagt: „Das hat eine 30-jährige Vorgeschichte, ist also nicht über Nacht gewachsen.“ Irgendwann laufe der Kessel über. Die Frau, ihr Sohn und ein weiterer Nachbar hätten ihn ständig gestört. So hätten sie mit einem Testgerät für Stoßdämpfer seine Wohnung „unter Vibration“ gesetzt. Er habe ein Hassgefühl gehabt und der Frau den Kopf zertrümmern wollen. Warum die stumpfe Seite der Axt? „Ich bin kein Metzger. Ich will keinen zerstückeln.“ Nach der Tat hatte der 66-Jährige selbst bei der Polizei angerufen. Als ihm der Beamte sagte, dass Kollegen kommen werden, antwortete der Mann: „Das ist schön. Danke. Tschüss.“ dpa

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