Geldautomat im Emsland gesprengt - 50.000 Euro Schaden an Gebäude

Surwold - Die Sprengserie an Geldautomaten geht auch nach dem tödlichen Unfall eines Räubers in Meppen weiter. Beim jüngsten Fall in Surwold im Emsland hatten die Täter allerdings Pech.

Im Emsland sind Unbekannte in der Nacht zum Freitag bei dem Versuch gescheitert, einen Geldautomaten aufzusprengen. Nur zwei Tage nach dem tödlichen Unfall eines Geldautomaten-Räubers in Meppen hatten Täter auch im 50 Kilometer entfernten Surwold zugeschlagen. Doch dabei machten sie scheinbar einen Fehler: Das in den Geldautomaten geleitete Gasgemisch entzündete sich nach Polizeiangaben zu früh, die Anlage und eine Gasflasche gerieten in Brand. Die Täter flüchteten ohne Beute in einem Auto. Anwohner hörten nur noch die lauten Auspuffgeräusche des Wagens.

Die Polizei in Lingen bezifferte den Schaden an dem Gebäude mit rund 50 000 Euro. Warum die Sprengung misslang und sich das Gas zu früh entzündete, steht bislang nicht fest. Eine Fahndung nach den Tätern war ergebnislos verlaufen. Beamte der Sonderkommission des Landeskriminalamtes (LKA) und der Polizeiinspektion sowie die Staatsanwaltschaft Osnabrück haben Ermittlungen aufgenommen.

Die Sprengung war bereits der 20. Fall dieser Art in der Region seit Sommer 2015 und der achte Fall in Niedersachsen seit Beginn des Jahres. Sechs Versuche an verschiedenen Tatorten seien bisher missglückt, sagte ein Polizeisprecher.

In den beiden Nächten zuvor waren Automaten in Geeste und Meppen gesprengt worden. Dabei hatte die Tat in Meppen am Mittwochmorgen ein dramatisches Ende gefunden: Die drei Räuber waren mit ihrem Fluchtwagen verunglückt. Einer der Männer starb, ein weiterer wurde lebensgefährlich verletzt. Der dritte Täter flüchtete zunächst, wurde aber nach kurzer Zeit ebenfalls festgenommen. Bei ihm fanden Polizisten auch die Beute.

Trotz der Festnahmen rechnet das LKA nicht mit einem Ende der Sprengserie. Die Ermittler gehen von einer sehr großen Tätergruppe aus. Schon im Dezember waren drei Männer festgenommen worden. Danach seien die Sprengungen aber trotzdem weiter gegangen, sagte eine LKA-Sprecherin: „Wir gehen davon aus, dass es noch mehr Täter gibt.“

dpa

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