Studie: Gehalt im Osten noch immer niedrig

Die Verlockung des Südens

Hamburg - von Burkhard Peters. 25 Jahre nach der Wiedervereinigung klafft nach wie vor ein deutliches Gefälle bei den Gehältern. Dies geht aus einer gestern vorgelegten Studie des Hamburger Portals „gehalt.de“ hervor.

In Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg und Bayern liegt das Verdienstniveau über dem Bundesschnitt, die neuen Bundesländer liegen allesamt deutlich unter dem Schnitt von jährlich 42 520 Euro brutto. In Mecklenburg-Vorpommern, das im Ranking das Schlusslicht bildet, bekommen die Arbeitnehmer nur 73 Prozent der bundesweiten Durchschnittseinkommens überwiesen. In Bremen, das mit Blick auf zahlreiche Strukturdaten anderen Großstädten hinterherhinkt, liegt das Einkommen immerhin ziemlich genau im Bundesschnitt. Nicht so in Niedersachsen: In keinem der alten Bundesländer verdienen die Menschen rechnerisch so wenig Geld. Ausnahme bildet lediglich die Landeshauptstadt – in Hannover liegen die Einkünfte rund vier Prozent über dem Bundesmittel. Also die Koffer packen und ab nach München oder Stuttgart? „Nicht unbedingt“, sagt Artur Jagiello, Sprecher des Portals „gehalt.de“. Denn die Einkommenshöhe sage ja noch nichts über die Lebenshaltungskosten aus. Und die sind im Süden deutlich höher als im Norden.

Einem Arbeitnehmer, der sich für eine Stelle in Bremen entscheidet, könne trotz niedrigeren Gehalts am Ende mehr Geld im Portemonnaie bleiben als seinem Kollegen in Stuttgart – eben weil Mieten und Hypotheken in der Hansestadt und der Umgebung niedriger liegen als in den süddeutschen Metropolen. „Auch auf dem Lande und in strukturschwachen Regionen gibt es durchaus attraktive Stellen“, sagt „gehalt.de“-Sprecher Jagiello. Manche Arbeitgeber würden sogar Zulagen zahlen, um Fachkräfte und Spezialisten auf das flache Land zu locken. Für die Untersuchung hat das Internet-Portal nach eigenen Angaben knapp eine halbe Million Datensätze ausgewertet. Auch Überstunden und Boni wurden berücksichtigt. www.gehalt.de

Rubriklistenbild: © dpa

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