Gegen das Kupieren von Schweinen

Ringelschwanzprämie soll nach 2019 auf den Prüfstand

Hannover - Die Ringelschwanzprämie gegen das Kupieren von Schweine-Schwänzen soll zunächst bis zum kommenden Jahr weiterlaufen.

„Wir haben auch ganz gute Anträge“, sagte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) dem Politikmagazin „Rundblick“ am Freitag. Es sei geplant, die Prämie mit Hilfe des Thünen-Instituts auszuwerten. Danach solle entschieden werden, wie weiter verfahren wird.

Die von ihrem Amtsvorgänger Christian Meyer (Grüne) eingeführte Prämie habe dazu beigetragen, dass sich viele Schweinehalter mit dem Problem beschäftigen, sagte Otte-Kinast. Europaweit ist das Kupieren der Schwänze verboten, wird von den Behörden aber toleriert, weil sonst die Gefahr groß ist, dass sich die Schweine gegenseitig beißen. Landwirte müssen ein besseres Stall-Management praktizieren und sich intensiver um ihre Tiere kümmern, wenn sie auf das Schwanz-Kupieren verzichten. 

Andererseits halten Experten den Verzicht auf das Schwanz-Abschneiden für einen wichtigen Indikator dafür, ob sich die Tiere in dem Stall wohl fühlen. Je weniger Kannibalismus es im Stall gibt, desto weniger gelten die Tiere als gelangweilt und gestresst.

Es habe im Mai ein europaweites Audit zum Thema Kupierverzicht gegeben. „Und dieses Ergebnis werden wir jetzt auswerten mit Fachleuten, um einfach zu gucken, wie machen wir jetzt weiter“, sagte Otte-Kinast. Sie betonte aber auch, dass die Prämie nicht dauerhaft gezahlt werden solle. Die Prämie sei lediglich ein Anreiz gewesen, sich in eine bestimmte Richtung zu entwickeln.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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