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Gegen den Lagerkoller: Überleben in der Corona-Quarantäne

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Von: Andree Wächter

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Allein oder mit der Familie: Eine Corona-Quarantäne kann sehr belastend sein. Einige Tipps, um die Tage sicher zu überstehen.

Hannover – Corona begleitet uns seit fast zwei Jahren. Ob Homeoffice oder häusliche Quarantäne wegen einer Infektion – die Belastungen sind für alle Beteiligten enorm. Typische Stressfaktoren einer häuslichen Isolation sind Frustration und Langeweile, Angst vor Ansteckung, finanzielle Sorgen oder eine eingeschränkte Versorgung mit Dingen, die man im Alltag braucht. Es können Gefühle wie Angst, Panik, Sorgen, starkes Grübeln, Niedergeschlagenheit oder Einsamkeitsgefühle auftreten. Solche Gefühle sind in der derzeitigen Situation völlig normal, sagt die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGP).

VirusCoronavirus, COVID-19
KrankheitserregerSARS-CoV-2
Vorkommenweltweit
dominierende VarianteOmikron

Trotz Quarantäne oder freiwilliger Isolation sollte man nicht alle Gewohnheiten über Bord werfen. Auch ohne persönliches Treffen kann der Kontakt zu Freunden und Familienmitgliedern gehalten werden. Telefon, Videochats, soziale Netzwerke, Messenger wie WhatsApp überbrücken die Distanz. In den Gesprächen sollte Corona nur ein Randthema sein. Die DGP rät: „Sprechen Sie über kuriose Erlebnisse aus der Quarantäne, einen spannenden Film, ein lustiges Spiel oder schöne Erlebnisse aus der Vergangenheit.“

In einer ungewohnten Situation wie einer Quarantäne entstehen Gefühle wie Angst, Verwirrung oder Stress. Diese Gefühle sind absolut normal und verständlich. Freunde und Familie können gute Zuhörer sein. Es ist aber auch keine Schande, sich professionelle Hilfe zu suchen. Rund um Corona wurden spezielle Krisentelefone eingerichtet, oder man wendet sich an die bestehenden Angebote wie Notfallseelsorge oder Kirchen.

Man sollte ehrlich sagen, wenn man sich gerade auf die Nerven geht.

Michael Albers, Leiter der Familienberatungsstelle in Walsrode

Alleine zu Hause sein, das ist das eine. Wenn die ganze Familie einschließlich Kinder in Quarantäne muss, kann einem schnell die Decke auf den Kopf fallen – weil man es nicht gewohnt ist. „Wichtig ist, dass man die Zeit zusammen genießt, aber auch jeder für sich Zeit nimmt und was Schönes macht“, sagt Michael Albers zu kreiszeitung.de. Er ist Leiter der Familienberatungsstelle in Walsrode. Und weiter: „Man sollte ehrlich sagen, wenn man sich gerade auf die Nerven geht. Leider wird dies oft zu spät getan.“

So weit es möglich ist, sollten Tagesstrukturen eingehalten werden. Dies gilt auch für Kinder im Homeschooling. Klare Lern- und Freizeiten sind wie Stundenplan in der Schule. Auch sollten die Jungen und Mädchen klar abgegrenzte Stunden haben, in denen sich jeder alleine beschäftigt. Um soziale Kontakte zu Freunden nicht komplett zu verlieren, sind für Kinder und Jugendliche gerade Messenger und Social-Media-Kanal wichtig. Denn die Corona-Situation belastet vor allem die Kinder und Jugendlichen, wie Jugendpsychiater immer wieder dokumentieren.

Sport hilft in der häuslichen Corona-Quarantäne

Sport baut Stress ab. Seit Corona boomen Fitness-Kurse für zu Hause. Fitnessstudios bieten teilweise ihre Kurse per Videokonferenz an. Auf den bekannten Videoportalen gibt es ein großes Angebot an Übungen für jedes Alter und in vielen Schwierigkeitsgraden. Fun Fact: Zehn mal am Tag zum Kühlschrank rennen, zählt nicht als Workout. Gesundes Essen und viel Wasser zu sich nehmen, sollten auch Wunder bewirken. Kleiner Nebeneffekt: Man beginnt jetzt schon mit der für den Sommer wichtigen Bikini-Figur.

Um nicht zu verhungern, hat die Bundesregierung einen Leitfaden veröffentlicht. Dieser stammt aus dem Katastrophenschutz und wurde für Hochwasser und sonstige Notfälle entwickelt. Eine Corona-Quarantäne kann genauso plötzlich kommen. Ausgelegt ist die Vorratshaltung auf zehn Tage. Pro Person benötigt man: Getreideprodukte (3,5 kg), Gemüse (4 kg), Obst (2,5 kg), Milchprodukte (2,6 kg), Fisch, Eier, Fleisch (1,5 kg) sowie Fette und sonstige Produkte wie Fertiggerichte, Zucker und Schokolade. Pro Tag sollten zwei Liter Wasser zur Verfügung stehen.

Eine Corona-Quarantäne kann schnell zur Einsamkeit führen. Social Media kann ein Weg sein, mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben. (Symbolfoto)
Eine Corona-Quarantäne kann schnell zur Einsamkeit führen. Social Media kann ein Weg sein, mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben. (Symbolfoto) © Panthermedia/DCStudio

Ebenfalls im Haus haben sollte man ausreichend Hygieneartikel (Duschgel, Zahnpasta) und eine bestückte Hausapotheke. Neben einem Verbandskasten sollten dort drin enthalten sein: verordnete Medikamente, Schmerzmittel, Hautdesinfektionsmittel, Wunddesinfektionsmittel, Mittel gegen Erkältungskrankheiten, Fieberthermometer, Mittel gegen Durchfall, Insektenstich- und Sonnenbrandsalbe und Splitterpinzette. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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