Ministerpräsident besucht Lohne

Weil: Wiesenhof will Schlachterei wieder komplett aufbauen

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Schwarze Rauchwolken stehen über dem Firmengelände. Flammen schlagen aus den Dächern zweier Hallen. Beim Geflügelproduzenten Wiesenhof tobt ein Großbrand. Der Schaden geht in die Millionen.

Lohne - Die abgebrannte Geflügelschlachterei in Lohne soll nach den Worten von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wieder vollständig aufgebaut werden. Wiesenhof habe klar geäußert, dass in Lohne wieder dieselben Kapazitäten wie vor dem Brand geschaffen werden sollen.

Dies sagte Weil am Mittwoch nach einem Treffen mit der Eigentümerfamilie Wesjohann im oldenburgische Lohne. "Das ist wichtig, weil das die Grundlage für die Sicherung von Arbeitsplätzen ist", sagte Weil. Die Landesregierung habe ein Interesse an der Sicherung der Arbeitsplätze. Geprüft werden solle, ob es vorübergehend auch Jobs an anderen Wiesenhof-Standorten geben könne. Auch sei der Arbeitsmarkt in der Region aufnahmebereit.

Nach wie vor sei nicht geklärt, ob und in welchem Umfang Wiesenhof eine Betriebsausfallversicherung für die Schlachterei abgeschlossen habe, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) nach einem Treffen, an dem unter anderem der Betriebsrat, die Gewerkschaft NGG, die Agentur für Arbeit und der Lohner Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer teilnahmen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil besucht nach dem Großbrand in Lohne die Schlachterei von Wiesenhof.

Für das Schicksal der am Standort beschäftigten Mitarbeiter sei die Frage nach der Versicherung entscheidend, betonte Lies. "Wir brauchen eine solche Antwort nicht im öffentlichen Raum, aber die Sozialpartner von Wiesenhof brauchen sie", sagte er. Der Oldenburger Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), Matthias Brümmer, sagte, es sei im eigenen Interesse von Wiesenhof, die Frage nach der Versicherung schnell zu klären.

"Solange wir diese Antwort nicht haben, werden wir nicht in Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan einsteigen", sagte Brümmer. Offensichtlich sei der Wiesenhof-Mutterkonzern PHW im Moment überlastet. "Das Verhalten ist nicht professionell", kritisierte der Gewerkschafter. Seinen Angaben zufolge beschäftigte die Wiesenhof-Tochter Oldenburger Geflügelspezialitäten 750 eigene Mitarbeiter auf dem Schlachthof. Etwa 350 bis 400 Beschäftigte sind bei Leiharbeitsfirmen beschäftigt. Eines dieser Unternehmen hatte vor einigen Tagen bei der Arbeitsagentur in Vechta einen Antrag auf Massenentlassungen gestellt.

Großfeuer bei Wiesenhof

Mit den Mitarbeitern einer weiteren PHW-Tochter sind am Schlachthof-Standort 1.500 Menschen beschäftigt. Zuvor hatte es geheißen, es gehe um 1200 Angestellte und Werkarbeiter. Wiesenhof hatte zuvor angekündigt, ab Mai 350 Menschen in der Zerlegung und Verpackung zu beschäftigen. Laut Brümmer sind 60 Prozent der Beschäftigten Wiesenhof-Angestellte, der Rest arbeitet über Fremdfirmen in dem Schlachthof.

Vor dem Lohner Rathaus empfingen gut 60 Wiesenhof-Beschäftigte den Wirtschaftsminister. Sie wollten Auskunft darüber, wie es mit ihren Jobs weitergeht. Der Minister vertröstete sie: "Ich glaube nicht, dass es heute gelingt, eine Entscheidung zu finden", sagte er. In der 26.500-Einwohnerstadt Lohne sei die Sorge über die Zukunft der Arbeitsplätze groß, sagte Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer (CDU).

Es gehe nicht nur um die direkt Beschäftigten, sondern um die gesamte Wertschöpfungskette: "Auch Handwerksbetriebe haben von Aufträgen gelebt." Er hoffe, dass die Schlachterei tatsächlich neu aufgebaut werde. Er gehe davon aus, dass der Betrieb dann auf eine Kapazität von 432.000 Hähnchen pro Tag ausgelegt werde.

dpa

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