Tausende Tiere betroffen

Geflügelpest: Weitere Ausbrüche halten Niedersachsens Bauern in Atem

Im Landkreis Cloppenburg/Friesoythe sind weitere Fälle der Geflügelpest gemeldet worden. Auch eine andere Gemeinde meldet einen Ausbruch.

Friesoythe – Im Landkreis Cloppenburg Friesoythe sind weitere Fälle der Geflügelpest gemeldet worden. Die Sorge unter Landwirten vor einer weiteren Ausbreitung wird immer größer. In Friesoythe mussten nun 9400 Puten getötet werden, nachdem dort am vergangenen Mittwoch bereits 38.000 Enten dem Virus zum Opfer gefallen waren. Auch sie wurden getötet, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, zumal sich das Virus als höchstgradig ansteckend erweist.

Virusart:Geflügelpest
Vorrangig betroffen:Putenhahnställe
Ausbruchsorte:Friesoythe, Ihlow, Hoya

Geflügelpest: Offenbar auch Ausbrüche in weiteren Kreisen in Niedersachsen

Auch in einem anderen Kreis in Niedersachsen wurden Fälle der hoch ansteckenden Tierkrankheit gemeldet. Aus der Gemeinde Ihlow im Landkreis Aurich wurde vermeldet, dass es auch hier zu einem Ausbruch in einer Legehennen-Freilandhaltung gekommen sein könnte. Diese Meldung muss von offizieller Seite noch bestätigt werden.

Am Donnerstag meldete auch der Landkreis Nienburg den Ausbruch des Virus in einer Putenhaltung in Hoya. Dort waren 9900 der Nutztiere betroffen. Nur ein halbes Jahr nach dem letzten Ausbruch der Geflügelpest müssen nun erneut viele Landkreise in Niedersachsen Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung einzudämmen. In zahlreichen Landkreise muss frei laufendes Geflügel jetzt in Ställe gebracht werden.

  • Wie wird das Virus übertragen?
  • Besonders Wildvögel übertragen das Virus oft. Sie tragen das Virus über große Entfernungen, ohne selbst zu erkranken. Zudem überträgt sich das Virus über die Luft. Auch indirekte Übertragungen in Ställen sind möglich. Diese können beispielsweise über Fahrzeuge, Menschen oder Futter geschehen.
  • Was kann gegen die Geflügelpest getan werden?
  • Zuallererst muss frei laufendes Geflügel eingestallt werden, um es vor einer Infektion durch Wildvögel zu schützen. Geflügelbetriebe haben als Reaktion auf vergangene Ausbrüche der Geflügelpest stark nachgebessert, was die Hygiene der eigenen Betriebe betrifft. Ausbrüche konnten dadurch jedoch nicht grundsätzlich verhindert werden.
  • Welche Bestände sind vorrangig bei der Geflügelpest betroffen?
  • Besonders hohe Fallzahlen von Geflügelpest finden sich in Putenhahnställen. Ursula Gerdes, die Geschäftsführerin der Tierseuchenkasse Niedersachsen, beziffert ihren Anteil an den Infektionen auf etwa 85 %. Einer der Gründe hierfür ist, dass Puten in halboffenen Ställen gehalten werden und somit eher dem Virus ausgesetzt sind, als Tiere in geschlossenen Ställen.
  • Gibt es eine Impfung um Geflügelpest-Fällen vorzubeugen?
  • Nein, bisher gibt es keine Impfung gegen die Geflügelpest. Sollte es eine Impfung geben, ergeben sich daraus wiederum Schwierigkeiten für Landwirte: Aufgrund geltenden EU-Rechts ist die Vermarktung geimpfter Tiere eingeschränkt. Landwirte fordern rechtliche Voraussetzungen, die das freie Handeln von Fleisch und Eiern geimpfter Tiere möglich machen.
  • Ist die große Putendichte in Niedersachsen eine Gefahr?
  • Ja, die hohe Putendichte in Niedersachsen erleichtert die Übertragung des Virus von Stall zu Stall. Um Ausbreitungen perspektivisch zu verhindern, muss daher auch strukturell etwas geändert werden. Insbesondere im Kreis Cloppenburg kommt zudem eine große Dichte an Wildvögeln dazu – hier gibt es besonders viele Moor- und Gewässerflächen.

Aktuelle Ausbrüche liegen noch weit hinter denen der letzten Welle der Geflügelpest zurück

Der vergangene Winter und das vergangene Frühjahr sind vielen Bauern der Region noch in schmerzlicher Erinnerung. Damals hatte die Geflügelpest in einem Ausmaß um sich gegriffen, welches die aktuellen Ausbrüche um ein vielfaches überstieg: Aufgrund von Infektionen mussten damals mehr als eine Million Tiere getötet werden.

Erst im Sommer war der letzte Fall der Geflügelpest in Niedersachsen aufgetreten, seitdem galt das Bundesland als virenfrei. Das ändert sich gerade wieder.

Seit Juni hatte es nun keine Fälle der Geflügelpest mehr gegeben – nun ist sie zurück. Auch wenn die Fälle bisher deutlich geringer sind als bei der letzten Welle, ist absolute Vorsicht geboten. Die Vorgaben der Landkreise gelten daher in der Regel auch für Hobbyhalter.

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In den landwirtschaftlichen Betrieben der Region wächst die Angst vor einem weiteren Ausbreiten des Virus. Für Landwirte ist ein Ausbruch im eigenen Betrieb potenziell existenzbedrohend. Die Nottötung von Tieren umfasst im Falle eines Ausbruchs nicht selten mehrere tausend Tiere.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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