„Müssen Brütereien Zeit einräumen“

Geflügelbranche bereitet Abschied vom Kükentöten vor

Osnabrück - Das Ende des massenhaften Kükentötens in Brütereien wird nach Angaben des Zentralverbands der Geflügelwirtschaft noch in diesem Jahr eingeleitet.

„Wir befinden uns mit zwei unterschiedlichen Verfahren zur frühzeitigen Geschlechtsbestimmung im Ei in der Endphase der Erprobung. Bis Ende des Jahres werden die ersten Maschinen im Einsatz sein“, sagte Verbandspräsident Friedrich-Otto Ripke der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Bundesregierung hatte beide Technologien mit Steuermitteln gefördert.

Derzeit werden in Deutschland jährlich bis zu 50 Millionen männliche Küken unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet, weil sie zum Eierlegen nicht in Frage kommen. Bei beiden Technologien wird das Geschlecht des Kükens wenige Tage nach der Befruchtung und weit vor dem Schlüpfen bestimmt. Eier mit männlichen Tieren werden dann aussortiert. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hatte das Küken-Schreddern ursprünglich bereits im vergangenen Jahr mit einer praxistauglichen Alternative beenden wollen.

Ripke warnte aber vor überzogenen Erwartungen: „Eine solche Innovation ist nicht von heute auf morgen in allen Betrieben umzusetzen. Wir müssen Brütereien Zeit einräumen.“ Niemand könne derzeit sagen, wie teuer die Maschinen würden. Gegebenenfalls müsse die Anschaffung vom Staat gefördert werden.

dpa

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