Verkehrschaos voraus 

G20-Gipfel bringt Niedersachsen Verkehrsbehinderungen

Hannover - Während Hamburg bereits voll im Bann des G20-Gipfels an diesem Freitag und Samstag einschließlich der Gegenproteste steht, trifft Niedersachsen vor allem das drohende Verkehrschaos rund um die Hansestadt.

Der ADAC warnte im ohnehin staugefährdeten Großraum Hamburg vor zusätzlichen Behinderungen. Es sei mit kurzfristigen Straßensperren und intensiven Kontrollen zu rechnen. Mit Start der Sommerferien in Rheinland-Pfalz, Hessen, dem Saarland und den Niederlanden drängten weitere Urlauber über Hamburg Richtung Norden. An der niederländisch-niedersächsischen Grenze kontrolliert die Polizei außerdem auf der Suche nach potenziellen Gewalttätern, die nach Hamburg anreisen wollen. 

Änderungen im Fernzug-Verkehr

Auch für Bahnreisende Richtung Norden kündigte die Deutsche Bahn Behinderungen wegen des G20-Gipfels an. Fernzüge mit Ziel Hamburg enden am Freitag bis Samstagnachmittag im Hauptbahnhof, Direktzüge nach Kiel, Westerland, Lübeck und Rostock fahren den Hauptbahnhof und die Station Dammtor nicht an und halten stattdessen in Harburg oder Bergedorf. Von keinen Änderungen betroffen sind die Metronom-Züge aus Richtung Bremen und Uelzen nach Hamburg. 

Für Behinderungen schon im Vorfeld des Gipfels hatten Brandanschläge auf Bahnanlagen unter anderem in Bad Bevensen gesorgt, hinter denen die Polizei linksextreme G20-Gegner vermutet. In Bremen setzten G20-Gegner Polizeifahrzeuge in Brand, zu Farbschmierereien kam es in Göttingen und Nordhorn. 

ABC-Gefahrenabwehr aus Hannover unterstützt die Hansestadt

Niedersachsen hilft beim G20-Gipfel nach Angaben des Innenministeriums mit „Polizisten in nicht geringer Anzahl“, Fahrzeugen, Logistik und auch „"nicht polizeilich tätigem Personal“ aus. Es soll um weit mehr als 1000 Beamte gehen. Aus dem niedersächsischen Justizministerium werden 17 Bedienstete aus dem Justizvollzugsdienst sowie ein schwerer Gefangenentransporter abgestellt. Außerdem hält das Land vorsorglich im Gefängnis Lingen zehn Haftplätze vor. 

Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte bereits angekündigt, dass Niedersachsen nach dem G-20 Gipfel einen strengeren Maßstab daran anlegen wird, inwiefern die niedersächsische Bereitschaftspolizei den Unterstützungsanforderungen der anderen Bundesländer zukünftig nachkommt. „Niedersächsische Beamtinnen und Beamte sollen auch in Niedersachsen Dienst tun. Das hat höchste Priorität“, sagte Pistorius. Die Kosten für den G20-Einsatz sollen nachträglich berechnet und Hamburg in Rechnung gestellt werden. 

Außer der Polizei halten sich auch Feuerwehren insbesondere in den an Hamburg angrenzenden Landkreisen Harburg und Stade zur Unterstützung bereit. Die Feuerwehr Hannover schickte 15 Einsatzkräfte der ABC-Gefahrenabwehr mit fünf Spezialfahrzeugen nach Hamburg.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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