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Tausende demonstrieren in Bremen und Niedersachsen gegen Ukraine-Krieg

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Menschen demonstrieren und beten auf dem Rathausmarkt im Rahmen eines Friedensgebets für die Menschen in der Ukraine.
In Bremen nahmen 3000 Menschen an der Friedenskundgebung teil. © Markus Hibbeler/dpa

Bei Kundgebungen für Frieden in der Ukraine sind am Freitag in Niedersachsen und Bremen Tausende Menschen zusammengekommen. Allein in Bremen waren es 3000.

Hannover/Bremen – Um Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu zeigen, sind in Niedersachsen und Bremen am Freitag nach Polizei-Angaben Tausende Menschen auf die Straße gegangen. In Hannover versammelten sich nach einem interreligiösen Friedensgebet in der Marktkirche auf dem Platz davor rund 1500 Menschen. Einige hatten Ukraine-Flaggen und Kerzen mitgebracht.

Bei zwei Kundgebungen in Bremen auf dem Domshof und auf dem Marktplatz kamen laut Polizei nach vorläufigen Angaben bis zu 3000 Menschen zusammen. Alle Versammlungen verliefen friedlich. Auch in Bremerhaven, Göttingen und Osnabrück gab es Veranstaltungen.

Demo gegen Ukraine-Krieg in Bremen: „Die Angriffe müssen sofort gestoppt werden“

Bei einem Friedensgebet auf dem Bremer Marktplatz rief Bürgermeister Andreas Bovenschulte zum Frieden in der Ukraine auf. „Die Angriffe müssen sofort gestoppt werden. Die russischen Truppen müssen das Land unverzüglich wieder verlassen. An dieser Haltung kann es keinen Zweifel geben“, sagte der SPD-Politiker in Bremen. Er warnte auch vor Pauschalisierung. Die Wut und der Zorn auf den russischen Staat und Präsident Putin dürfe nicht auf einzelne Russinnen und Russen übertragen werden.

Ukraine-Krieg: In Bremen und Niedersachsen demonstrieren Tausende für Frieden – „Hört auf zu kämpfen“

Bei der Versammlung in Hannover bekräftigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Niedersachsens Solidarität mit der Ukraine und bot Menschen in dem Land Hilfe an. „Ich sage, in Niedersachsen wird es Zuflucht geben für diejenigen Menschen, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen.“ Weil sagte, es sei ein Krieg mitten in Europa – die Ukraine sei gerade einmal zwei Flugstunden von Hannover entfernt.

Stephan Weil (2.v.l., SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, und zahlreiche Gläubige sitzen bei einem interreligiösen Friedensgebet in der Marktkirche anlässlich des Angriffs Russlands auf die Ukraine.
Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (2.v.l., SPD) nahm an dem interreligiösen Friedensgebet in der Marktkirche in Hannover teil. © Moritz Frankenberg

Die Politik des russischen Präsidenten scheue weder Verbrechen noch Lügen, sagte Weil. Der Krieg gegen die Ukraine sei ein Angriff auf die gesamte Völkergemeinschaft. In einem emotionalen Appell wandte sich der Ministerpräsident auch direkt an die russischen Soldaten von Russlands Präsident Wladimir Putin in der Ukraine und erhielt dafür viel Applaus: „Hört auf zu kämpfen, denkt an die Menschen. Geht zurück nach Hause!“

Tausende demonstrieren in Hannover gegen Ukraine-Krieg: „Die Verwandten kommen aus der Ukraine nicht raus“

Zu der Kundgebung hatten unter anderem die Landeshauptstadt und die Region Hannover sowie das Bündnis „Bunt statt braun“, der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen und der Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen aufgerufen.

In den jüdischen Gemeinden in Niedersachsen bangen viele Menschen um ihre Freunde und Angehörigen in der Ukraine. „Es gibt einen stetigen Austausch und große Angst“, sagte Rebecca Seidler, Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover. „Die Verwandten kommen aus der Ukraine nicht raus, die Zufahrtsstraßen sind zu und der Flughafen gesperrt.“

Seidler zufolge stammen 95 Prozent der jüdischen Gemeindemitglieder in Niedersachsen aus der ehemaligen Sowjetunion. „Auch die russischen Gemeindemitglieder sind fassungslos über das, was Putin angestoßen hat. Sie sind auch ganz verzweifelt“, sagte Seidler. Rund 7700 Jüdinnen und Juden sind in Niedersachsen in Gemeinden organisiert.

Mahnwache in Rotenburg: Über 150 Menschen zeigen vor dem Rathaus ihre Anteilnahme nach dem Angriff auf die Ukraine

Mehr als 150 Menschen zeigen am Freitagabend bei einer Mahnwache auf dem Pferdemarkt ihre Anteilnahme mit den Menschen in der Ukraine. Während sich Vertreter aus Politik und Gesellschaft zu Wort melden, ist das Rathaus in den ukrainischen Landesfarben beleuchtet.

Weitere Demonstrationen für Samstag geplant

Vielerorts in Niedersachsen wurde aus Solidarität mit der Ukraine die gelb-blaue Staatsflagge des Landes gehisst, etwa vor der Staatskanzlei in Hannover. Vor einigen Rathäusern wie in Oldenburg und Hildesheim wurde zudem eine Flagge der Vereinigung „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) aufgezogen. Auf diese Weise solle ein sichtbares Zeichen für den Wunsch nach Frieden und Zusammenhalt in Europa gesetzt werden, sagte etwa Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann in einer Mitteilung.

Der Niedersächsische Städtetag signalisierte nach einem Gespräch mit Innenminister Boris Pistorius Hilfe bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine. „Die niedersächsischen Kommunen werden selbstverständlich ihren humanitären Beitrag bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine leisten. In den nächsten Tagen werden auch wir die Möglichkeiten zur dezentralen Unterbringung in den Kommunen prüfen“, sagte der Vize-Präsident, Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel in einer Mitteilung.

Für Samstag sind weitere Demonstrationen, Mahnwachen und Gottesdienste aus Solidarität mit der Ukraine angekündigt. (Mit dpa-Material) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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