Früherer niedersächsischer SPD-Landesvorsitzende

Karl Ravens ist tot

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Der frühere SPD-Landesvorsitzender Karl Ravens ist gestorben.

Hannover -Karl Ravens ist tot. 1974 gehörte der SPD-Politiker dem ersten Kabinett von Kanzler Helmut Schmidt an. Zwei Jahre später schickte ihn die Partei nach Hannover - doch es gelang ihm nicht, dort für die SPD die Macht zu retten.

Der frühere niedersächsische SPD-Landesvorsitzende Karl Ravens ist tot. Er starb am vergangenen Freitag im Alter von 90 Jahren, wie die SPD am Mittwoch in Hannover mitteilte. Ravens wurde 1974 unter dem damaligen Kanzler Helmut Schmidt Bundesbauminister. 1978 und 1982 war er in Niedersachsen der SPD-Herausforderer des damaligen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht (CDU), allerdings glücklos.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) würdigte Ravens als einen der großen Sozialdemokraten des Landes. „Mit dem Tod von Ravens verliert die SPD ein Vorbild.“ Ravens sei ein „Maßstab für politische Moral“ gewesen, ein zutiefst gradliniger, anständiger und aufrechter Mensch.

Geboren wurde Ravens in Achim bei Bremen, 1950 trat er in die SPD ein. Der gelernte Metallflugzeugbauer war unter anderem Lehrlingsausbilder beim Kraftfahrzeugbauer Borgward, bis er 1961 in den Bundestag einzog. 1974 wurde er Minister unter Helmut Schmidt, doch schon zwei Jahre später schickte die SPD ihn nach Hannover, um in Niedersachsen die Regierungsmacht zu retten.

Damals war SPD-Regierungschef Alfred Kubel in der Mitte der Wahlperiode zurückgetreten. Überläufer aus der SPD/FDP-Koalition verhinderten jedoch die Wahl des vorgesehenen Nachfolgers Helmut Kasimier. Im dritten Wahlgang schickte die SPD Ravens ins Feld, allerdings vergeblich. Auch er unterlag gegen den CDU-Kandidaten Ernst Albrecht. Bei den darauffolgenden Landtagswahlen 1978 und 1982 scheiterte Ravens ebenso als Herausforderer des Amtsinhabers Albrecht.

Bis zur Landtagswahl 1986 stand Ravens dann in Niedersachsen an der Spitze der SPD-Landtagsfraktion. Den Vorsitz der Landespartei gab er schon 1984 ab, 1990 kandidierte er nicht mehr für den Landtag.

dpa

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