Friedlich, lieb und süß

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Braunschweig - Hexen, Astronauten, Kühe, Bären, Prinzen – in der Braunschweiger Innenstadt wimmelte es gestern nur so von bizarren und bunten Gestalten. Mehr als 100 000 Schaulustige aus ganz Niedersachsen verfolgten nach Polizeiangaben den dritt längsten Karnevalsumzug Deutschlands.

Der Schoduvel, wie der Umzug in Braunschweig heißt, schlängelte sich über Stunden durch die Innenstadt. Bereits am Samstag waren rund 25.000 Narren durch Hannover und etwa genauso viele durch Osnabrück gezogen. Die Grundstimmung der Jecken war friedlich, berichtete die Polizei.

Mit Anspielungen auf den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff hielten sich die Narren in der niedersächsischen Landeshauptstadt und in Wulffs früherer Heimatstadt Osnabrück aber zurück.

In Hannover war das Schicksal des früheren Ministerpräsidenten nur auf einem Wagen Thema – dort waren mehrere Politiker unter einem Rettungsschirm zu sehen, über Wulffs Konterfei klebte das Wort „Abgestürzt“. Auch in Osnabrück war Wulff kein großes Thema, auf einem Wagen war der ehemalige Bundespräsident als Baron Münchhausen dargestellt.

In Braunschweig ging es bei den Narren ebenfalls kaum um die große Politik. „Wir machen den lieben Karneval“, sagte Zugmarschall Hans-Peter Richter. Dennoch widmete sich auch ein Wagen dem Abgang des Bundespräsidenten: „Wulff unter Tränen zurück nach Osnabrück“ stand darauf – das ursprüngliche Fragezeichen hatten die Narren unmittelbar nach seinem Rücktritt am Freitag entfernt.

In Braunschweig bildeten mehr als 230 Gruppen, Wagen und Musikkapellen mit mehr als 5 600 Teilnehmern aus ganz Niedersachsen den sechs Kilometer närrischen Zug. Auf die Schaulustigen am Wegesrand prasselten unter anderem 15 Tonnen Bonbons, 15 000 Schokotäfelchen, 100 000 Schaumwaffeln, 10 000 Schokoriegel, 50 000 Kekse und anderes Wurfmaterial nieder. Benannt ist der Zug nach dem „Schoduvel“, einer gruseligen Figur aus dem Mittelalter, die den Winter vertreiben soll.

In Osnabrück nahmen rund 60 Gruppen und Motivwagen am Umzug teil. „Wir sind etwas geschrumpft“, sagte der Präsident des Bürgerausschusses Osnabrücker Karneval (BOK), Rainer Möllers. Inzwischen werde darauf geachtet, dass beispielsweise keine allzu lauten Discowagen mehr im Zug mitfahren.

Die Bilanz der Polizei in Osnabrück: 29 Menschen, darunter 14 Jugendliche, mussten wegen übermäßigen Alkoholkonsums von Sanitätern behandelt werden. dpa

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