Friedemann Vorwerk und der italienische Kultroller

Ein Leben für die Vespa

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In seinem Keller hat Sammler Friedemann Vorwerk alles, was eine Vespa je brauchen kann.

Celle - Von Christina Storz. Ganz oben auf der Favoritenliste stehen die Alpen. Wenn Friedemann Vorwerk nicht gerade in seinem Keller zum Schrauben verschwindet, geht er mit seiner Lieblingsmaschine, einer silber-glänzenden Vespa-Sprint, auf Tour - vor fünf Jahren zum ersten Mal über den Sankt Gotthard-Pass.

"Mit der Vespa über so einen Berg zu fahren, das ist einfach spektakulär." Nur Geduld braucht es. "Wenn man da hoch fährt ist die Luft so dünn, dass die Maschinen noch weniger Leistung bringen", sagt der hochgewachsene 49-Jährige. 

Erstes Vespa-Treffen in Deutschland seit 17 Jahren organisiert

Schon seit seiner Jugend dreht sich in seinem Leben alles um die Vespa, im Juni organisierte er in Celle sogar ein Vespa-Treffen mit 5000 Teilnehmern aus der ganzen Welt. Das Event war von deutschen Vespa-Fans sehnsüchtig erwartet worden, denn die letzte, ähnliche Veranstaltung in Deutschland lag bereits 17 Jahre zurück. 

Bundesweit gibt es nach Angaben von Uwe Bödicker vom Dachverband deutscher Vespafahrer 174 Vespaclubs, in denen sich über 3500 Fahrer organisieren. Seit der italienische Motorroller im Jahr 1950 in Deutschland eingeführt wurde, hat er viele begeisterte Anhänger gefunden, zeitweise waren sogar über 220 deutsche Clubs registriert. 

In seinem Keller hat Sammler Friedemann Vorwerk alles, was eine Vespa je brauchen kann.

Auch Vorwerks Leidenschaft für den Kultroller stammt bereits aus seiner Schulzeit. "Das Geld war knapp und Reparaturen teuer - da blieb mir nichts anderes übrig, als mir das Schrauben an meiner ersten Vespa selbst beizubringen", erinnert sich der Hobbyfahrer. Mit Freunden ging es dann an die Arbeit. "Der Motor wurde ausgebaut, die Vespa komplett auseinandergenommen und irgendwann hat es dann Klick gemacht." 

Vorwerks Tochter hat seit dem vierten Lebensjahr ihre eigene Schmetterlings-Vespa

Das ist nun 30 Jahre her. Mittlerweile hat Vorwerk zwölf Maschinen hinter dem Haus stehen und sein Lager an Vespa-Ersatzteilen reicht bis zur Decke seines 16 Quadratmeter großen Kellers in Celle. "Hab ich nicht, gibt's nicht", erzählt der gelernte Programmierer. "Falls mich einer meiner Freunde spontan am Samstagmorgen anruft, will ich sagen können: Natürlich hab' ich das da." 

Auch die Familie hat Friedemann Vorwerk mit in den Bann gezogen. Mit zwei Jahren saßen die beiden mittlerweile 11- und 15-jährigen Kinder im Kindersitz zum ersten Mal hinten drauf. Seine Frau hat zwar etwas gebraucht, aber nach sieben Jahren stellte sie doch vorsichtig die Frage: "Kann ich das eigentlich auch fahren?" Nun besitzt die Lehrerin mit dem grauen Lockenkopf ihr eigenes Schmuckstück, dunkelblau lackiert und passend zu ihrem Heimatland, mit Aufkleber aus Großbritannien verziert. 

In seinem Keller hat Sammler Friedemann Vorwerk alles, was eine Vespa je brauchen kann.

Auch die elfjährige Tochter hat bereits ihre eigene Vespa zu Hause stehen. Hinten gelb mit Schmetterlingsprint, vorne blau-grün mit Blumenmuster. "Ich hab sie gesehen und wusste, die will ich und eines Tages kam plötzlich Papa mit einem Anhänger an und da war sie drin." Die farbenfrohe Vespa darf sie zwar noch nicht allein fahren - ausgesucht hat sie sie aber schon mit vier Jahren.

dpa

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