Globaler Streik am 20. September

Fridays-for-Future: Klimastreik findet in Niedersachsen viel Unterstützung

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Die Fridays-for-Future-Bewegung ruft zu globalen Klimastreiks am 20. September auf. 

Die Forderungen der Fridays-for-Future-Bewegung finden in Niedersachsen viel Anklang. Tausende wollen sich am Klimastreik beteiligen. Kitas und Schulen sind kreativ, Gewerkschaften und Kirchen befürworten die Demos. Doch es gibt auch Kritik.

Hannover - Dem Aufruf der Fridays-for-Future-Bewegung zu einem globalen Klimastreik am 20. September wollen in Niedersachsen Tausende Menschen folgen. Kirchen, städtische Einrichtungen und Organisationen unterstützen den Protest. Fridays-for-Future erwartet weltweite Demonstrationen. Die Aktivisten fordern die Politik auf, alles dafür zu tun, damit die Emission von Treibhausgasen so schnell wie möglich erheblich reduziert werden. Das berichtet Kreiszeitung.de*.

Aktionsorte in Niedersachsen

In Niedersachsen gibt es laut Fridays-for-Future mehr als 70 Ortsgruppen, die sich für mehr Klimaschutz einsetzen. Am 20. September werden in vielen Städten Demonstrationen organisiert, etwa in Hannover, Hildesheim, Göttingen, Osnabrück, Oldenburg, Vechta, Wilhelmshaven und Wolfsburg. 

Klimaschutz: Kunst im Tausch gegen Versprechen

Kita-Kinder sowie Schülerinnen und Schüler aus der Stadt und dem Landkreis Lüneburg wollen Klimaschutzkunst anbieten. Die Werke könnten im Tausch gegen Klimaschutzversprechen erworben werden, teilte die Stadt mit. „So können Kunstbegeisterte zum Beispiel eine Skulptur gegen einen autofreien Tag eintauschen“, hieß es. „Die Quittungen werden gesammelt und als Anregung sichtbar für alle anderen Passanten aufgehängt“, sagte Alja Rieckhof vom städtischen Energiemanagement. 

Kirchen ruft zu Klimatstreik-Aktionen auf

Die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers warb bei Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen für den Streik. „Am 20. September setzt die Welt ein Zeichen und jede und jeder ist aufgerufen, dabei zu sein“, sagte Landesbischof Ralf Meister. „Wenn wir als Christinnen und Christen an den Demonstrationen in unseren Städten und Dörfern teilnehmen, zeigen wir, dass für uns die Zukunft dieser Schöpfung, unserer Erde, ein entscheidendes Anliegen ist.“ Auch die evangelisch-lutherische Kirche in Oldenburg rief zu Aktionen, Gottesdiensten und Andachten anlässlich des globalen Klimastreiks auf. 

Parents-for-Future: Eltern gehen auf die Straße

In Göttingen forderte die Organisation Parents-for-Future alle Erwachsenen, Organisationen und Unternehmen auf, am 20. September auf die Straße zu gehen. „Der beste Zeitpunkt, für Klimaneutralität zu kämpfen, war vor 30 Jahren. Der letztmögliche Zeitpunkt, einen gefährlichen Klimakollaps hinauszuzögern, ist jetzt!“, schrieb die Gruppe. 

Gewerkschaften setzen sich ein

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen schlug den Schulen im Land vor, dienstkonforme Möglichkeiten zur Teilnahme am Streik zu prüfen. „Dies kann zum Beispiel ein Projekttag oder eine Klassen-Exkursion sein“, sagte die Landesvorsitzende Laura Pooth. Auch die Gewerkschaft Verdi unterstützt Aktionen für mehr Klimaschutz. Sie rief dazu auf, sich am 20. September zu beteiligen - außerhalb der Arbeitszeit. Die IG BAU forderte die Beschäftigten in den Betrieben der Region Hannover auf, mit einer längeren Mittagspause ein Zeichen zu setzen. Arbeitgeber bat sie, Beschäftigten die Teilnahme an Klima-Demos zu ermöglichen. 

Philologenverband: „Bewegung weitertreiben.“

Schülerinnen und Schüler sollten aus Sicht des niedersächsischen Philologenverbandes außerhalb der Schulzeit demonstrieren. „Die Schulpflicht gilt, da darf nicht mit mehrerlei Maß gemessen werden“, sagte der Vorsitzende Horst Audritz. Klimaschutz über regelwidriges Verhalten wie das Schulschwänzen erreichen zu wollen, sei der Sache nicht dienlich. „Das Ziel, eine globale Aufmerksamkeit durch Freitagsproteste während der Schulzeit zu erlangen, ist erreicht. Nun muss es darum gehen, die Bewegung weiterzutreiben und dies ist in der schulfreien Zeit ebenso gut möglich.“ 

Unternehmen üben Kritik aus

Klimaschutz ist aus Sicht der Unternehmerverbände Niedersachsen ein wichtiges Anliegen. Das Mittel des Streiks sieht die Dachorganisation für Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände allerdings kritisch. „Ein Streik ist ein legitimes Mittel des Arbeitskampfes zwischen tarifgebundenen Arbeitgebern und Gewerkschaften“, sagte die Sprecherin. Eine Teilnahme am Klimastreik während der Arbeitszeit sei eine arbeitsrechtliche Pflichtverletzung und könne Folgen bis zu einer Kündigung haben. 

Hintergrund der Fridays-for-Future

Die Bewegung Fridays-for-Future geht auf die schwedische Jugendliche Greta Thunberg zurück, die im August 2018 ihren Protest für mehr Klimaschutz begann. International folgten Schülerinnen und Schüler ihrem Beispiel und demonstrierten freitags für Klimaschutz. Neben Wissenschaftlern, die als Scientists4Future, die Notwendigkeit des schnellen Handels betonen, verlangen auch Frauen und Männer aus der Wirtschaft mehr Anstrengungen für den Klimaschutz. So haben rund 3000 Menschen die Forderungen von EntrepreneursForFuture unterzeichnet.

dpa

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