Öffentliches Bodyshaming

Freizeitpark lässt zu schwere Gäste nicht in Attraktionen: „demütigend“

Ein Freizeitpark in Australien zwingt Besucher vor Benutzung von Fahrgeschäfte auf die Waage: Wer zu schwer ist, darf nicht mitfahren. Das sorgt für Empörung.

Perth – Das ist selbst hartgesottenen Adrenalinjunkies zu viel: Der Freizeitpark Adventure World im australischen Perth zwingt seine Besucher, bevor sie bestimmte Fahrgeschäfte benutzen wollen, sich zu wiegen. Inzwischen wenden sich empörte Besucher von dem Freizeitpark ab und werfen dem Vergnügungspark vor, Übergewichtige zu diskriminieren.

Freizeitpark:Adventure World in Perth, Western Australia, Australia
Eröffnung:30. November 1982
Fahrgeschäfte:36

Denn zum Start in die Sommersaison Anfang September wurden für einzelne Fahrgeschäfte im Adventure World Obergrenzen für das Gewicht der Besucher eingeführt. Wie der Park selber sagt, lediglich aus Sicherheitsgründen. Wer hier zu dick, darf also nicht aufs Karussell. Ganz genau wie auf einem Reiterhof in den Niederlanden, wo schwere Reiter nicht mehr mitreiten dürfen. Wie fies ist das denn?

Freizeitpark schließt Übergewichtige aus: Fahrgäste sollen sich vor allen Besuchern wiegen

Um das Gewicht zu kontrollieren, stehen vor den jeweiligen Fahrgeschäften Waagen, auf denen die Fahrgäste sich selber wiegen können. Wiegt man zu viel, leuchtet eine rotes Licht auf, das für alle Gäste des Freizeitparks weithin sichtbar ist. Das stößt etlichen Besuchern sauer auf und nicht wenige von ihnen verschaffen ihrem Frust auf Facebook Luft. Ein User schreibt: „Demütigend und erniedrigend!“ Ganz besonders Eltern sind empört und werfen dem Freizeitpark Bodyshaming vor.

In einem Freizeitpark in Australien wurden Gewichtsobergrenzen für verschiedene Fahrgeschäfte verhängt. (Symbolbild, kreiszeitung.de-Montage)

Doch das ist noch nicht die ganze Geschicht, denn sogar die Mitarbeiter kontrollieren noch einmal das Gewicht, bevor die nächste Fahrt losgeht. Und das kann mitunter richtig peinlich werden, wie eine Mutter der Internetseite „The West Australian“ sagte. So wurde ihrer 13-jährigen Tochter verboten, auf die Wasserrutsche zu gehen, weil sie angeblich zu dick war – und das auch noch vor all ihren Freundinnen.

Dabei ist zu hohes Gewicht in diesem Fall doch eher lachhaft. Die Gewichtsobergrenzen sorgen bei genauerer Betrachtung für Erstaunen: Auf die Wildwasserbahn darf nur, wer weniger als 90 Kilogramm wiegt und auf die Achterbahn nur Gäste unter 75 Kilogramm. Der durchschnittliche australische Mann wiegt etwas mehr als 87 Kilogramm. Da kann sich nun jeder selber sein Bild machen.

Freizeitpark wiegt seine Gäste öffentlich: Angeblich Sicherheitsangaben der Hersteller

Wie der Freizeitpark selber sagt, halte man sich lediglich an die Sicherheitsangaben der jeweiligen Hersteller. Das interessiert wiederum die Besucher – oder jetzt vielmehr die ehemaligen Besucher – herzlich wenig. Über verschiedenste Social Media wird angekündigt, den Park nie wieder besuchen zu wollen. Und dabei feiert dieser im kommenden Jahr bereits sein 40-jähriges Bestehen.

Für Unmut sorgt auch der Heide Park in Soltau (Heidekreis) bei seinen Fahrgästen. An einigen Fahrgeschäften gibt es hier Erinnerungsfotos. Doch wer in der Coronakrise keine Maske trägt, hat Pech: Ohne Maske werden die Erinnerungsbilder im Heide Park wieder gelöscht, ohne sie auszuhändigen. Im Europapark Rust wird die „Dschungel-Floßfahrt“ wegen Rassismusvorwürfen umgestaltet – Frust und Ärger also auch hier. Der Vorwurf des Rassismus wurde von vereinzelten Besuchern schon häufiger vorgebracht.

Auch im Serengeti Park in Hodenhagen hagelt es aufgrund eines Airbus heftige Kritik. Der Inhaber hatte nach den Evakuierungen aus Afghanistan einen Bundeswehr-Flieger gekauft, der jetzt zum Restaurant umfunktioniert werden soll. Bereits der Transport hatte für Ärger gesorgt, weil Bäume dafür eventuell gefällt werden sollten. Was Sie hoffentlich ohne Ärger und Aufregung so in den Herbstferien trotz Corona in Bremen und Niedersachsen unternehmen können, erfahren Sie hier * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa & Annette Riedl/dpa

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